Markus Heitz: Die Zwerge und die Albae in der richtigen Reihenfolge lesen

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buchtipp.de Stimmungsbild für Reihenfolgen

Markus Heitz hat inzwischen über 80 Bücher veröffentlicht, verteilt auf viele Reihen, die meist nichts miteinander zu tun haben. Wer nach der richtigen Reihenfolge fragt, meint aber fast immer sein Hauptwerk: die Bücher, die im Geborgenen Land spielen. Dazu gehören zwei Reihen, die sich eine Welt teilen und immer enger miteinander verflochten sind: „Die Zwerge“ um den Schmied Tungdil Goldhand und später den jungen Goïmron sowie „Die Legenden der Albae“, die aus der Sicht der Dunkelelben erzählen, der ärgsten Feinde der Zwerge.

Unsere Empfehlung für den Einstieg ist einfach: Lesen Sie die 16 Bücher in der Reihenfolge, in der sie erschienen sind, und beginnen Sie mit „Die Zwerge“ aus dem Jahr 2003. Warum das sinnvoller ist als die Chronologie der Handlung, erklären wir bei den einzelnen Büchern. Für Wiederleser folgt weiter unten die chronologische Reihenfolge, wie Heitz selbst sie angibt.

Die Reihenfolge auf einen Blick

Die Jahreszahlen beziehen sich auf die Erstausgabe. Die verlinkten Piper-Titel sind die aktuellen Taschenbuchausgaben von 2016 und 2018.

Nr.TitelReiheErstausgabe
1Die ZwergeZwerge 12003
2Der Krieg der ZwergeZwerge 22004
3Die Rache der ZwergeZwerge 32005
4Das Schicksal der ZwergeZwerge 42008
5Gerechter ZornAlbae 12009
6Vernichtender HassAlbae 22011
7Dunkle PfadeAlbae 32012
8Die Vergessenen SchriftenAlbae, Erzählungen (optional)2013
9Tobender SturmAlbae 42014
10Der Triumph der ZwergeZwerge 52015
11Die Rückkehr der Zwerge 1Zwerge 6, Teil 12021
12Die Rückkehr der Zwerge 2Zwerge 6, Teil 22021
13Das Herz der Zwerge 1Zwerge 7, Teil 12022
14Das Herz der Zwerge 2Zwerge 7, Teil 22022
15Dunkles ErbeAlbae 52024
16Blutrote HimmelAlbae 62025

Warum manche Listen neun Zwerge-Bände zählen

Die beiden jüngeren Zwerge-Romane sind bei Knaur jeweils in zwei Teilbänden erschienen. Viele Übersichten im Netz zählen diese Teile einfach durch und kommen so auf neun Zwerge-Bände. Der Verlag selbst bezeichnet „Das Herz der Zwerge“ dagegen als 7. Band der Saga. Wir halten uns an diese Zählung: „Die Rückkehr der Zwerge“ ist Band 6, „Das Herz der Zwerge“ Band 7, jeweils mit Teil 1 und Teil 2. Der zweite Teil ist dabei keine eigene Geschichte, sondern die zweite Hälfte desselben Romans.

Bei den Albae ist es ähnlich uneinheitlich. Piper führt vier Romane und den Erzählungsband „Die Vergessenen Schriften“ ohne Bandnummer. Die beiden späteren Romane erschienen bei Knaur und werden als fünfter und sechster Albae-Band gezählt.

Tungdils erste Abenteuer: Zwerge 1 bis 3

Markus Heitz: Die Zwerge

Die Zwerge war Heitz’ großer Durchbruch und ist der Startpunkt für das gesamte Geborgene Land. Tungdil ist unter Menschen aufgewachsen, als Schützling eines Magiers, und weiß kaum etwas über sein eigenes Volk. Als er sich auf die Suche danach macht, gerät er mitten in den Konflikt mit dem Magus Nôd’onn. Das Buch führt nebenbei in die Welt ein, ihre Völker und ihre Fehden. Genau das fehlt einem, wenn man mit einem späteren Band anfängt.

Der Krieg der Zwerge knüpft unmittelbar daran an. Der Sieg über Nôd’onn ist gerade errungen, da marschiert ein Orkheer auf das Zwergenreich zu, dem eine rätselhafte Macht Unsterblichkeit verliehen hat. Ohne den ersten Band versteht man hier wenig.

In Die Rache der Zwerge bekommt es Tungdil mit Mischwesen aus Albae und Orks zu tun, die mit Kriegsmaschinen durch das Zwergenreich ziehen. Mit diesem Roman endet der erste Handlungsbogen um Tungdil. Diese drei Bände bauen eng aufeinander auf und sind nur in dieser Reihenfolge lesbar.

Der Bruch: Das Schicksal der Zwerge

Markus Heitz: Das Schicksal der Zwerge

Zwischen dem dritten und dem vierten Band liegt ein Zeitsprung. Das Schicksal der Zwerge setzt viele Zyklen, wie Jahre im Geborgenen Land heißen, nach Tungdils Verschwinden in der Schwarzen Schlucht ein. Drachen, Magier und Albae haben das Land unter sich aufgeteilt, die Zwerge sind in die Stollen zurückgedrängt. Da taucht ein Krieger in schwarzer Rüstung auf, der behauptet, Tungdil zu sein – und nicht nur sein alter Freund Ingrimmsch fragt sich, ob das stimmt. Der Ton wird düsterer, und der Band bildet die Voraussetzung für den vierten Albae-Roman.

Die Legenden der Albae: die Gegenseite

Markus Heitz: Gerechter Zorn

Ab 2009 wechselte Heitz die Perspektive. Die Albae, die bis dahin vor allem als Gegner der Zwerge aufgetreten waren, stehen nun im Zentrum. Die Reihe wurde für Leser geschrieben, die das Geborgene Land schon kennen, und deshalb lohnt sich der Einstieg über die Zwerge.

Gerechter Zorn und Vernichtender Hass

Gerechter Zorn ist eine Vorgeschichte, die lange vor Tungdils Zeit spielt. Die beiden Albae Sinthoras und Caphalor bereiten einen Angriff auf das Geborgene Land vor. Heitz erzählt aus der Innensicht eines Volkes, das Grausamkeit und Kunstsinn gleichermaßen pflegt. Chronologisch ist das der früheste Roman aus dem Geborgenen Land.

Vernichtender Hass setzt diese Geschichte direkt fort. Die Allianz aus Albae, Trollen und Barbaren steht kurz vor dem Ziel, doch unter den Verbündeten wächst die Gier, und in der ungeschützten Heimat der Albae taucht ein Feind auf, den man besiegt glaubte. Dieser Band funktioniert nur nach „Gerechter Zorn“.

Dunkle Pfade: die erste Brücke zwischen den Reihen

In Dunkle Pfade treffen die beiden Reihen erstmals direkt aufeinander. Die Drillinge Sisaroth, Tirîgon und Firûsha werden des Mordes beschuldigt und an einen Ort unter der Erde verbannt, wo Sisaroth auf Tungdil stößt, der in der Schwarzen Schlucht festsitzt. Parallel geht es um ein vergessenes Albae-Reich jenseits des Geborgenen Landes. Die Handlung ist zwischen dem dritten und vierten Zwerge-Band angesiedelt. Die Begegnung mit Tungdil wirkt allerdings nur dann, wenn man ihn bereits kennt.

Optional: Die Vergessenen Schriften

Die Vergessenen Schriften ist ein Band mit Erzählungen, die Episoden aus der Geschichte der Albae nachtragen, die in den Romanen nur angedeutet werden oder gar nicht vorkommen. Wer nur der Haupthandlung folgen will, kann ihn überspringen. Wer ihn lesen möchte, sollte das vor „Tobender Sturm“ tun, denn dort steht er sowohl nach dem Erscheinungsjahr als auch in Heitz’ eigener Chronologie.

Tobender Sturm und Der Triumph der Zwerge

Markus Heitz: Tobender Sturm

Spätestens hier zahlt sich die Veröffentlichungsreihenfolge aus. Tobender Sturm beginnt ausdrücklich nach den Ereignissen von „Das Schicksal der Zwerge“. Das Geborgene Land ist nach der letzten großen Schlacht geschwächt, und ausgerechnet Aiphatòn, einst Kaiser der Albae, macht Jagd auf die letzten Überlebenden seines Volkes. Dabei trifft er auf eine Magierin, deren Zauber sich kaum brechen lassen. Wer den vierten Zwerge-Band nicht kennt, steht hier vor lauter Andeutungen.

Der Roman führt zugleich auf Der Triumph der Zwerge hin, den Abschluss der ursprünglichen Saga. Nach dem Krieg scheint endlich Ruhe einzukehren, doch die Elben verbünden sich in ihren alten Reichen, und im Grauen Gebirge wird ein Mädchen von jenseits der Grenzen gefunden, das die Sprache der Albae beherrscht. Heitz führt in diesem Band Fäden aus beiden Reihen zusammen. Man sollte ihn daher erst lesen, wenn man die Albae-Romane bis „Tobender Sturm“ kennt.

Neuer Held, neuer Einstieg: Goïmron

Markus Heitz: Die Rückkehr der Zwerge 1

Sechs Jahre nach dem fünften Band eröffnete Heitz 2021 einen neuen Handlungsbogen, nun beim Verlag Knaur. In Die Rückkehr der Zwerge 1 sind Hunderte Zyklen vergangen. Der junge Zwerg Goïmron entdeckt ein Buch, das nur von Tungdil stammen kann, doch einer der Einträge scheint erst kürzlich entstanden zu sein. Mit ein paar Gefährten zieht er los, um den verschollenen Helden zu finden, und gerät zwischen Menschen, Albae und Drachen. Die Rückkehr der Zwerge 2 ist die zweite Hälfte dieses Romans und schließt direkt an.

Der Verlag bewirbt diesen Band auch als Neueinstieg, und tatsächlich ist das der zweite sinnvolle Einstiegspunkt in die Welt. Wer nicht fünf Romane mit jeweils über 600 Seiten nachholen möchte, kann hier anfangen. Allerdings spielt Tungdil auch in diesem Bogen eine zentrale Rolle, und wer seine Vorgeschichte kennt, hat deutlich mehr davon.

Das Herz der Zwerge 1 setzt die Geschichte fort. Goïmron hätte gern etwas Ruhe, stattdessen erhebt ein Zwerg namens Vraccimbur Anspruch auf den Thron des Großkönigs – und ausgerechnet Tungdil unterstützt ihn als Einziger. Dazu kommen eine Sumpfhexe auf der Jagd nach einem Artefakt, ein sich sammelndes Orkheer und die Albae. Das Herz der Zwerge 2 bringt den Goïmron-Bogen zu Ende. Sein Schluss ist wichtig, denn die nächsten Albae-Romane bauen darauf auf.

Die neuen Albae-Romane

Markus Heitz: Dunkles Erbe

Dunkles Erbe spielt etwa zehn Jahre nach der Zerstörung von Dsôn Khamateion und setzt voraus, dass man das Ende von „Das Herz der Zwerge 2“ kennt. Der Roman begleitet drei Figuren an drei verschiedenen Orten: den Künstler Amânoras, der in den Ruinen heimlich Denkmäler für die toten Albae schaffen will, die junge Albin Sajùtoria, die in die Intrigen der Albae-Häuser hineingezogen wird, und den Elben Telìnâs, der seine eigenen Pläne verfolgt.

Blutrote Himmel ist die direkte Fortsetzung und der bislang jüngste Band aus dem Geborgenen Land. Albae von außerhalb verlangen die Herausgabe eines gestohlenen Steinsarkophags und seines Diebes, doch kaum jemand weiß, wovon überhaupt die Rede ist. Sajù gerät in die Suche nach dem Relikt, während eine Zwergin alles daransetzt, Brandenwall, den letzten Rückzugsort der Albae im Land, auszulöschen. Ein weiterer Band ist derzeit (Stand: September 2026) nicht angekündigt.

Die chronologische Reihenfolge nach Markus Heitz

Wer die Bücher schon kennt und die Geschichte des Geborgenen Landes einmal in zeitlicher Abfolge erleben will, kann sich an der Reihenfolge orientieren, die Heitz auf seiner Website mahet.de angibt:

  1. „Gerechter Zorn“ (Albae 1)
  2. „Vernichtender Hass“ (Albae 2)
  3. „Die Zwerge“ (Zwerge 1)
  4. „Der Krieg der Zwerge“ (Zwerge 2)
  5. „Die Rache der Zwerge“ (Zwerge 3)
  6. „Dunkle Pfade“ (Albae 3)
  7. „Das Schicksal der Zwerge“ (Zwerge 4)
  8. „Die Vergessenen Schriften“ (Albae-Erzählungen)
  9. „Tobender Sturm“ (Albae 4)
  10. „Der Triumph der Zwerge“ (Zwerge 5)

Danach folgen „Die Rückkehr der Zwerge“ 1 und 2, „Das Herz der Zwerge“ 1 und 2, „Dunkles Erbe“ und „Blutrote Himmel“, also dieselbe Abfolge wie nach Erscheinungsjahr.

Der einzige nennenswerte Unterschied betrifft die ersten beiden Albae-Romane. Sie spielen lange vor Tungdils Zeit und stehen deshalb chronologisch am Anfang. Da sie wenig über die Zwerge-Bände verraten, spricht auch nichts dagegen, sie beim ersten Lesen später einzuschieben, etwa nach dem dritten oder vierten Zwerge-Roman. Für den ersten Kontakt mit der Welt eignen sie sich aber weniger gut als „Die Zwerge“, weil sie vieles als bekannt voraussetzen.

Markus Heitz jenseits des Geborgenen Landes

Wer Heitz ohne Zwerge und Albae kennenlernen möchte, findet in seinem übrigen Werk reichlich Auswahl. Keine dieser Reihen hat eine Verbindung zum Geborgenen Land, man beginnt jeweils einfach mit dem ersten Band:

  • Ulldart: Mit „Schatten über Ulldart“ debütierte Heitz 2002. Der Band eröffnet den sechsteiligen Zyklus „Die Dunkle Zeit“, auf den die Trilogie „Die Zeit des Neuen“ folgt.
  • Pakt der Dunkelheit: Werwolf-Mystery, beginnend mit „Ritus“ und „Sanctum“.
  • Kinder des Judas: eine Trilogie um Vampire.
  • Die Mächte des Feuers: Fantasy mit Drachen.
  • Weitere Reihen und Einzelwerke: etwa „Oneiros“, „Totenblick“, „Exkarnation“, „Wédora“ und „Doors“, außerdem der Horrorroman „Die Villa“ von 2026.

Fazit: Wo fange ich bei Markus Heitz an?

Für das Geborgene Land ist „Die Zwerge“ der beste Einstieg. Wer von dort aus in der Erscheinungsreihenfolge weiterliest, erlebt die Verzahnung der beiden Reihen so, wie Heitz sie angelegt hat, und stößt nie auf Voraussetzungen, die er noch nicht kennt. Die Erzählungen in „Die Vergessenen Schriften“ sind ein Extra für Albae-Fans. Wer schnell in die aktuelle Handlung einsteigen möchte, kann mit „Die Rückkehr der Zwerge 1“ beginnen, verpasst dann aber einiges an Tungdils Geschichte. Die chronologische Reihenfolge lohnt sich vor allem beim zweiten Durchgang.

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