Kolumbianische Literatur in Biographien

Literatur in Kolumbien

(Dieses Projekt der Literaturen der Welt wird laufend erweitert)

Der kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez wurde im Jahr 1927 als erstes von sechzehn Kindern geboren. Nachdem er sein Jurastudium abgebrochen hatte, war er ab 1948 in verschiedenen Städten als Journalist angestellt, bevor er sich auch in Paris und Rom niederließ. Während er als Journalist arbeitete, schrieb er auch seine ersten literarischen Werke. Als Reporter verweilte er im Jahr 1957 in den UDSSR und in der DDR. Anschließend war er noch Vertreter einer kubanischen Presseagentur in New York und Bogota. Weltweit berühmt wurde er durch die Publikation des Romans „Hundert Jahre Einsamkeit“ im Jahr 1967. Mehr als 10 Millionen Bücher wurden verkauft, was Márquez zum populärsten Autor Lateinamerikas machte und ihn klar zur Riege der Autoren von Weltliteratur aufrücken lässt. Im Jahr 1982 wurde er auch mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Im Kolumbien kämpft der Sozialist seit vielen Jahren gegen Drogenkriminalität und Bestechung.

Andrés Caicedo wurde 1951 in Cali geboren und verbrachte hier auch den Großteil seines Lebens. Seine Werke zählen zu den originellsten in der Geschichte der kolumbianischen Literatur. Diverse kulturelle Bewegungen sind unter seiner Regie entstanden, darunter auch eine Literaturgruppe und der Cinema Club. In Caracas konnte er 1970 seinen ersten Preis für den Roman „Die Zähne von Rotkäppchen“ gewinnen, womit ihm der internationale Durchbruch gelang. Im Alter von nur 25 Jahren beging Caicedo Selbstmord. Er soll häufiger gesagt haben, ass es eine Schande wäre, länger als 25 Jahre zu leben. In seinen Werken dreht es sich meistens um junge Menschen und ihre sozialen Probleme in den Städten. Obwohl der Autor selbst nur wenig bekannt war, hatte er großen Einfluss auf andere Schriftsteller.

Germán Castro Caycedo ist kolumbianischer Schriftsteller und Journalist, er befasst sich in erster Linie mit dem Alltag und der Kultur des Landes in Anbetracht der wirtschaftlichen und sozialen Situation. Nach dem Studium war er zehn Jahre lang bei einer Zeitung angestellt. Anschließend war er bei der TV-Show „Enviado Especial“ als Leiter tätig und führte den modernen Journalismus in dem südamerikanischen Land ein. Seine Werke wurden unter anderem in Japan, China, Frankreich, Griechenland, Ungarn und Spanien veröffentlicht. Sein populärstes Werk ist „Die Hexe“, welches von einem Drogenbaron und einer Zigeunerhexe handelt. Weiere bekannte Romane sind El Alcaravan, Candelaria, Der gelbe Cachalandran, Mit den Händen nach oben, Das Loch, Bittes Kolumbien, Der Hurrikan, Dein Wille geschehe, Ich überlasse meine Seele dem Teufel und Verloren in Amazonas.

Der 1923 in Botoga geborene Alvaro Mutis gehört zu den wichtigsten Lyrikern in ganz Lateinamerika. Nachdem er seine Kindheit in Belgien verbrachte und ein Jesuiten-College besuchte, kehrte er wieder in seine Heimat zurück, die ihn stets zu seinen Werken inspirierte. Hier waren nach seinen Worten all seine Schätze, Ängste und Träume vergraben. Keine Zeile in seinen Büchern soll nicht von der kolumbianischen Region Tolima gehandelt haben. Seine Karriere hatte 1948 mit einem ersten Gedichtband begonnen, dem noch viele weitere folgten. Der wichtigste Literatur-Preis der spanischsprachigen Staaten wurde ihm im Jahr 2001 verliehen, nämlich der Premio Cervantes. Ein Jahr später folgte dann der Neustadt-Literaturpreis. Von Mitte der 60er-Jahre bis zu seinem Tod 2013 lebte Alvaro Mutis in Mexiko.

Zunächst hat der Kolumbianer Hernando Téllez als Journalist gearbeitet. 1936 nahm er dann das Amt eines Konsuls an und ging dieser Tätigkeit drei Jahre lang in Marseille nach. Nachdem er viel durch Europa gereist war, wurde er zum Abgeordneten im kolumbianischen Senat und Herausgeber einer Zeitschrift. Der Journalist und Literaturkritiker publizierte neben seinen Erzählungen und Romanen auch Kurzgeschichten, wie beispielsweise „Cenizas para el Viento“ im Jahr 1950. Die Kunst der Sprache war sein Metier, wobei er immer sehr nüchtern und effektiv zu erzählen vermochte. Er beobachtete sein Umfeld sehr sorgfältig und kritisierte die Politik und das soziale Leben Kolumbiens. Darüber hinaus widmete er sich in seinen Werken auch der Gewalt in seiner Heimat.

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