Ruby Bell will eigentlich nur eines: unauffällig bleiben, gute Noten schreiben und es nach Oxford schaffen. Als Stipendiatin am Maxton Hall College bewegt sie sich zwischen Mitschülern, für die Geld nie ein Thema war – und ausgerechnet James Beaufort, der unangefochtene Wortführer dieser Welt, wird auf sie aufmerksam, weil sie etwas über seine Familie weiß, das niemand erfahren darf. Mit Save Me hat Mona Kasten den Auftakt einer Reihe geschrieben, die Leserinnen und Leser in großer Zahl begeistert hat und mit „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“ auch als Serie erfolgreich wurde.
Was die Geschichte so gut funktionieren lässt, sind ein paar klar erkennbare Zutaten: eine ehrgeizige Heldin ohne Vermögen, ein reicher Erbe mit Fassade, eine exklusive Schule mit eigenen Regeln, der Druck einer mächtigen Familie und eine Liebe, die erst einmal gegen gegenseitige Vorurteile ankommen muss. Die folgenden zehn Bücher greifen diese Zutaten auf – manche ganz nah am Original, andere mit deutlich anderem Ton, Genre oder Schauplatz. So finden Sie leichter das passende Buch, je nachdem, was Ihnen an Maxton Hall am besten gefallen hat.
Wer nach Maxton Hall in derselben Stimmung weiterlesen möchte, greift zu „Anywhere“ von Sarah Sprinz. Der Auftakt der Reihe um die Dunbridge Academy, ein Internat in Schottland, bietet wieder britisches Flair und eine gefühlvolle Liebesgeschichte.
Der naheliegendste Anschluss: Internatsleben in Schottland
Sarah Sprinz: Anywhere

Wer nach dem letzten Maxton-Hall-Band einfach mehr vom Gleichen möchte, ist bei Anywhere gut aufgehoben. Der Roman erscheint wie Save Me bei LYX und eröffnet Sarah Sprinz‘ Reihe um die Dunbridge Academy, ein Internat in Schottland. Emma verbringt dort ein Auslandsjahr – nicht zufällig, denn an dieser Schule haben sich einst ihre Eltern kennengelernt. Sie hofft, an diesem Ort mehr über ihren Vater herauszufinden, der die Familie vor Jahren verlassen hat.
Eine Romanze ist in diesem Plan nicht vorgesehen. Dann begegnet Emma dem Schulsprecher Henry, und zwischen heimlichen Feiern nach Mitternacht und Streifzügen durch das alte Gebäude entsteht eine Nähe, die sie nicht mehr ignorieren kann – obwohl Henry bereits vergeben ist. Sprinz lässt Emma selbst erzählen und legt viel Gewicht auf das Innenleben ihrer Figuren. Im Vergleich zu Maxton Hall geht es weniger um Klassenunterschiede als um Herkunft, Verlust und die Frage, was man sich selbst erlaubt.
Für wen: für alle, die Internatsatmosphäre, britisches Flair und eine gefühlvolle Liebesgeschichte suchen.
Wo das Muster herkommt: der Klassiker
Jane Austen: Stolz und Vorurteil
Eine schlagfertige junge Frau aus einer Familie ohne großes Vermögen, ein wohlhabender Mann, der sich anfangs unmöglich benimmt, und zwei Menschen, die sich erst einmal gründlich falsch einschätzen: Wer Ruby und James mag, erkennt in Stolz und Vorurteil das Grundgerüst wieder. Elizabeth Bennet und Mr. Darcy sind das Vorbild für unzählige Paare, die sich über Standesgrenzen und gekränkten Stolz hinweg annähern.
Austen schreibt dabei viel ironischer und komischer, als ihr Ruf als Schullektüre vermuten lässt. Die hier vorgestellte Ausgabe von Kiepenheuer & Witsch ist anlässlich der Netflix-Neuverfilmung erschienen und enthält ein Vorwort von Dolly Alderton, die das Drehbuch der Adaption geschrieben hat.
Für wen: für alle, die wissen möchten, woher die Konstellation von Save Me stammt – und für einen Klassiker offen sind, der sich erstaunlich modern liest.
Arm trifft reich: mehr Drama, mehr Geheimnisse
Erin Watt: Paper Princess

In Paper Princess wird der Gegensatz zwischen Arm und Reich auf die Spitze getrieben. Ella hat nach dem Tod ihrer Mutter niemanden mehr und hält sich allein über Wasser, bis plötzlich der Milliardär Callum Royal vor ihr steht und sich als ihr Vormund vorstellt. Von einem Tag auf den anderen lebt sie im Luxus – allerdings unter einem Dach mit Callums fünf Söhnen, die sie spüren lassen, dass sie nicht willkommen ist. Besonders Reed macht ihr das Leben schwer, und doch kommt sie nicht von ihm los.
Der erste Band der Paper-Reihe teilt mit Save Me die Mischung aus Familiengeheimnis und Hassliebe, ist aber im Ganzen dramatischer und deutlich freizügiger. Wer bei Ruby und James manchmal mehr Reibung erwartet hat, bekommt sie hier.
Für wen: für Leserinnen und Leser, die es intensiver mögen und keine Scheu vor offen erzählten Szenen haben.
Stefanie Hasse: Küsst du den Feind?
Auch Stefanie Hasse schickt ihre Heldin an eine Elite-Institution, setzt aber stärker auf Spannung. Am St. Joseph’s College geben zwei einflussreiche Studentenverbindungen den Ton an, die Ravens und die Lions. Cara hat kaum Geld und kann von deren Partys und Häusern nur träumen – bis die Ravens ihr ein Zimmer anbieten, ohne Miete. Der Preis: Sie soll auf drei exklusiven Feiern mit einem Unbekannten ein Paar spielen und an einem rätselhaften Wettstreit teilnehmen.
Küsst du den Feind? ist der erste Teil des Zweiteilers „Matching Night“ und wird vom Verlag Ravensburger als Dark Academia vermarktet. Wie Ruby ist Cara eine Außenseiterin unter Privilegierten, die schnell merkt, dass die Regeln dieser Welt nicht für sie gemacht sind. Der Ton ist geheimnisvoller, die Handlung lebt von Intrigen und dem Gefühl, dass hinter jeder Einladung ein doppelter Boden steckt.
Für wen: für alle, die Elite-College-Romance mit Geheimbund-Atmosphäre und Wettkampf verbinden möchten.
Lena Kiefer: Don’t Love Me

Bei James Beaufort lastet die Erwartung einer einflussreichen Familie auf jedem Schritt. Ähnlich geht es Lyall in Don’t Love Me, dem Auftakt von Lena Kiefers Trilogie: Als Erbe einer Luxushotelkette hat er einen Sommer lang Zeit, sich am Stammsitz der Familie in den schottischen Highlands zu beweisen, sonst steht seine Zukunft auf dem Spiel. Dort trifft er auf Kenzie, eine Designstudentin, die ihr Praktikum eher widerwillig in dieser abgelegenen Gegend absolviert.
Lyall gibt sich abweisend, und Kenzie will herausfinden, was dahintersteckt. Er wiederum weiß, dass eine Beziehung mit ihm für sie gefährlich werden könnte. Kiefer erzählt die Geschichte aus wechselnden Blickwinkeln, sodass auch der verschlossene Erbe eine eigene Stimme bekommt. Die Highlands geben dem Roman eine raue, stimmungsvolle Kulisse.
Für wen: für alle, die eine deutschsprachige Autorin entdecken möchten und an Save Me vor allem den Erben mit Familienlast mochten.
Gleiches Gefühl, anderer Ton
Elle Kennedy: The Deal – Reine Verhandlungssache
Weniger Standesdünkel, mehr Humor: In The Deal – Reine Verhandlungssache schwärmt die Einser-Studentin Hannah für einen Kommilitonen, bringt in seiner Gegenwart aber keinen Satz heraus. Garrett Graham, Kapitän des Eishockeyteams, braucht dringend Hilfe, um eine Prüfung zu bestehen. Die beiden schließen einen Handel: Sie hilft ihm beim Lernen, er tut so, als sei er an ihr interessiert – damit ihr eigentlicher Schwarm endlich aufmerksam wird.
Was als Zweckbündnis beginnt, wird schnell komplizierter. Der Roman eröffnet Elle Kennedys Off-Campus-Reihe, gehört zu den bekanntesten Titeln des New-Adult-Genres und lässt sich auch für sich lesen. Mit Save Me verbindet ihn der Weg von gegenseitiger Abneigung zu echten Gefühlen; das Ganze ist aber spürbar leichter, mit vielen Wortgefechten und Situationskomik.
Für wen: für alle, die eine College-Liebesgeschichte mit Fake-Dating und viel Witz suchen.
Jennifer Lynn Barnes: The Inheritance Games

Avery Grambs hat, ganz wie Ruby, einen nüchternen Plan: die Highschool hinter sich bringen, ein Stipendium ergattern und weg. Dann stirbt der Milliardär Tobias Hawthorne und vermacht ihr fast sein gesamtes Vermögen – obwohl Avery den Mann nie kennengelernt hat. Um das Erbe anzutreten, muss sie in sein riesiges Anwesen ziehen, in dem die übergangene Familie lebt, darunter vier Enkel, die so anziehend wie undurchschaubar sind.
The Inheritance Games ist der erste Band der Inheritance-Reihe und vor allem ein Rätsel-Thriller: Das Haus steckt voller Hinweise, Codes und versteckter Botschaften, die Liebesgeschichte läuft eher nebenher. Der Verlag empfiehlt das Buch ab 14 Jahren. Wer an Maxton Hall die Innenansicht einer superreichen Familie aus der Perspektive einer Außenseiterin spannend fand, bekommt hier dasselbe Grundgefühl in deutlich höherem Tempo.
Für wen: für Leserinnen und Leser, die Spannung und Knobelei mindestens so sehr schätzen wie Romantik.
Casey McQuiston: Royal Blue
Alex Claremont-Diaz ist der Sohn der ersten Präsidentin der USA und damit plötzlich eine öffentliche Figur. Mit dem britischen Prinzen Henry verbindet ihn eine herzliche Abneigung, die bei einem Besuch in England öffentlich eskaliert. Um den diplomatischen Schaden zu begrenzen, sollen die beiden vor den Kameras so tun, als wären sie befreundet – und stellen fest, dass sie sich viel näher sind, als ihnen lieb ist.
Royal Blue ist ein Einzelroman und erzählt eine queere Enemies-to-Lovers-Geschichte mit viel Humor. Was das Buch mit Save Me verbindet, ist der Druck der Öffentlichkeit: Wie bei den Beauforts hängt der Ruf einer ganzen Familie daran, was über die Hauptfigur bekannt wird und was nicht.
Für wen: für alle, die eine witzige, warmherzige Liebesgeschichte zwischen zwei Männern lesen möchten, die mit Erwartungen von außen ringen.
Zwei Seitenwege: Kultserie und Romantasy
Cecily von Ziegesar: Gossip Girl

Lange bevor Elite-Schulen zum beliebten Romance-Schauplatz wurden, gab es Gossip Girl. Der erste Band der Kultreihe, die später auch als Fernsehserie bekannt wurde, führt an die Upper East Side von New York. Eine anonyme Klatschkolumnistin kommentiert dort das Leben einer Clique aus reichen Familien. Als Serena nach ihrem Rauswurf aus dem Internat zurückkehrt, ist es mit dem Frieden vorbei: Ihre frühere beste Freundin Blair sieht ihre Stellung bedroht und streut Gerüchte, bis Serena kaum noch jemanden auf ihrer Seite hat.
Anders als bei Maxton Hall blickt dieses Buch nicht von außen auf die Welt der Privilegierten, sondern mitten aus ihr heraus. Statt einer Stipendiatin stehen die Reichen selbst im Zentrum, mit all ihren Eifersüchteleien und Machtspielen. Der Ton ist spöttisch und ironisch.
Für wen: für alle, die an Save Me den Glamour, die Partys und den Klatsch der Oberschicht mochten.
Holly Black: Elfenkrone
Zum Schluss geht es in die Fantasy. Jude ist sieben, als ihre Eltern getötet werden und sie mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs gebracht wird. Zehn Jahre später will sie dort um jeden Preis dazugehören, obwohl die meisten Elfen auf Sterbliche herabsehen. Ihr ärgster Gegner ist Prinz Cardan, der jüngste Sohn des Königs – schön, hochmütig und unberechenbar.
Elfenkrone eröffnet eine Trilogie und überträgt eine Konstellation, die Maxton-Hall-Fans vertraut sein dürfte, in eine magische Welt: eine Außenseiterin, die sich in einer Gesellschaft behaupten muss, die sie nicht will, und ein hochmütiger Erbe, an dem sie sich reibt. Holly Black erzählt allerdings deutlich düsterer, und Machtkämpfe und Intrigen nehmen mindestens so viel Raum ein wie die Gefühle.
Für wen: für Romantasy-Fans und alle, die das Arm-gegen-reich-Motiv einmal mit Magie und Hofintrigen erleben möchten.
Alle Bücher wie „Save Me“ im Überblick
| Buch | Autorin/Autor | Schauplatz | Besonders geeignet, wenn Sie … |
|---|---|---|---|
| Anywhere | Sarah Sprinz | Internat in Schottland | … Internatsflair und eine gefühlvolle Romanze suchen |
| Stolz und Vorurteil | Jane Austen | England, Regency-Zeit | … das Vorbild der Geschichte lesen möchten |
| Paper Princess | Erin Watt | Milliardärsfamilie | … mehr Drama und Leidenschaft wollen |
| Küsst du den Feind? | Stefanie Hasse | Elite-College in den USA | … Geheimbünde und Wettkampf mögen |
| Don’t Love Me | Lena Kiefer | Schottische Highlands | … einen Erben mit Familiengeheimnis suchen |
| The Deal – Reine Verhandlungssache | Elle Kennedy | College | … Fake-Dating und Humor bevorzugen |
| The Inheritance Games | Jennifer Lynn Barnes | Hawthorne House | … Rätsel und Spannung lieben |
| Royal Blue | Casey McQuiston | USA und England | … eine queere Liebesgeschichte mit Witz lesen möchten |
| Gossip Girl | Cecily von Ziegesar | Upper East Side, New York | … Glamour und Klatsch aus der Innensicht wollen |
| Elfenkrone | Holly Black | Elfenhof | … das Motiv in die Fantasy übertragen sehen möchten |
Welches Buch passt zu Ihnen?
Wenn Sie möglichst nah an Maxton Hall bleiben wollen, greifen Sie zu Anywhere: britische Schule, LYX-Ton, eine Reihe zum Weiterlesen. Wer vor allem die Beziehung zwischen Ruby und James geliebt hat, sollte sich Stolz und Vorurteil gönnen – einen der großen Klassiker dieses Musters. Für mehr Hitze und Drama bietet sich Paper Princess an, für Spannung Küsst du den Feind? oder The Inheritance Games. Und wer nach vielen Elite-Schulen einen Tapetenwechsel braucht, findet in Royal Blue oder Elfenkrone dieselbe Grundspannung in ganz anderer Umgebung.
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