Die besten Bücher wie Fourth Wing

Wer Fourth Wing zugeklappt hat, sucht selten einfach „noch so ein Buch“. Rebecca Yarros’ Roman bündelt mehrere Dinge, die man auch einzeln vermissen kann: eine Heldin, die eigentlich Schriftgelehrte werden wollte und nun am Basgiath War College um ihr Leben kämpft; ein Ausbildungssystem, in dem nur der Abschluss oder der Tod hinausführt; Drachen, die sich ihre Reiter selbst aussuchen; und mit Violet und Xaden ein Paar, das sich zunächst als Gegner begegnet.

Die folgenden zehn Bücher treffen jeweils einen Teil dieser Mischung besonders genau. Alle sind Auftaktbände von Reihen oder Mehrteilern. Die Liste beginnt bei der Romantasy, die dem Gefühl von Fourth Wing am nächsten kommt, führt dann zu den Drachen, zu den härteren Kriegs- und Schulgeschichten und endet bei zwei Titeln, die das Rezept auf eigene Weise neu mischen.

Romantasy: Liebe, Gefahr und Hof

Sarah J. Maas: A Court of Thorns and Roses

A Court of Thorns and Roses

Bevor Basgiath zum Sehnsuchtsort wurde, war es Prythian: Sarah J. Maas’ Reihe hat das, was heute unter „Romantasy“ firmiert, lange vor Fourth Wing zu einem Massenphänomen gemacht. Die junge Jägerin Feyre tötet bei der Jagd ein Wesen, dessen Tod nicht folgenlos bleibt – der Preis ist ihre Verschleppung ins Reich der Fae, wo Schönheit und Bedrohung kaum zu trennen sind.

A Court of Thorns and Roses ist der erste Band von „Das Reich der sieben Höfe“, und man sollte wissen, dass die Reihe ihre Liebesgeschichte über mehrere Bände entfaltet: Der Auftakt legt Grundlagen, die späteren Bände setzen die größeren Akzente. Wie bei Yarros bauen die Teile aufeinander auf und lassen sich nicht einzeln lesen. Die verlinkte Ausgabe von 2026 ist eine veredelte Hardcover-Fassung mit Farbschnitt; seit 2020 gibt es den Band auch als Taschenbuch.

Für wen: für Erwachsene, die bei Fourth Wing vor allem die Liebesgeschichte und die gefährliche, verführerische Welt gepackt hat – und die sich auf eine lange Reihe einlassen wollen.

Jennifer L. Armentrout: Blood and Ash

Jennifer L. Armentrout gehört zu den Stimmen, die auf dem Umschlag von Fourth Wing für Yarros werben – ein naheliegender nächster Schritt also. In Blood and Ash ist Poppy eine Auserwählte, auf der die Rettung ihres Landes ruhen soll – mit dem Preis völliger Isolation: Niemand darf sie ansehen, ansprechen oder berühren. Dann bekommt sie mit Hawke einen neuen Leibwächter, frech, aufmerksam und alles andere als unterwürfig.

Die Parallele liegt in der Dynamik: eine Heldin, die sich aus einer von anderen bestimmten Rolle herauskämpft, ein Mann an ihrer Seite, dem sie nicht ganz trauen kann, und eine Beziehung, die sich langsam aufbaut. Mit rund 670 Seiten ist der erste Band von „Liebe kennt keine Grenzen“ ähnlich umfangreich wie Fourth Wing. Der Verlag gibt das „Spice-Level“ mit 4 von 5 an – die Liebesszenen sind also deutlich.

Für wen: für alle, denen bei Yarros die Spannung zwischen den Hauptfiguren das Wichtigste war und die gern viele Bände vor sich haben.

Lauren Roberts: Das Spiel

Powerless: Das Spiel

Wer nur ein einziges Buch aus dieser Liste lesen will, sollte hier anfangen. Im Königreich Ilya hat eine Seuche den Menschen magische Kräfte gebracht; wer ohne sie geboren wird, wird verfolgt. Paedyn Gray hat keine Kräfte, kann aber Menschen so genau lesen, dass sie als Begabte durchgeht. Als sie ausgerechnet Prinz Kai das Leben rettet, schickt der König sie in einen mörderischen Wettkampf – und Kai ist genau der, der sie töten müsste, sobald ihre Tarnung auffliegt.

Das Spiel trifft gleich mehrere Fourth-Wing-Punkte: eine Heldin, der alle Welt Schwäche unterstellt, eine Auslese, die nicht jeder überlebt, und eine Liebe zum Feind. Der Ton ist schnell und dialogstark, der Einstieg niedrigschwellig. Es folgen Die Flucht und Der Thron, dazu zwei Novellen.

Für wen: für alle, die das Tempo von Fourth Wing suchen und ein Buch wollen, das sich in wenigen Abenden weglesen lässt.

Holly Black: Elfenkrone

Jude ist sieben, als ihre Eltern ermordet werden und sie mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs gebracht wird. Zehn Jahre später will sie dort um jeden Preis dazugehören – in einer Welt, in der die meisten Elfen Sterbliche verachten und Prinz Cardan sie am offensten verachtet.

Elfenkrone ist das einzige Jugendbuch unter den Romantasy-Titeln dieser Liste. Die Hassliebe zwischen Jude und Cardan erinnert an die Anfänge von Violet und Xaden, doch Black interessiert sich mehr für Machtspiele als für Schlachtfelder: Gekämpft wird am Hof, mit Intrigen, Bündnissen und Lügen. Jude erzählt selbst, und ihre Kälte ist eine der Stärken des Buches. Der Band eröffnet eine Trilogie.

Für wen: für jüngere Leserinnen, für die Fourth Wing noch zu explizit ist, und für alle, die an Xaden vor allem das Undurchschaubare mochten.

Wenn die Drachen gefehlt haben

Christopher Paolini: Das Vermächtnis der Drachenreiter

Eragon: Das Vermächtnis der Drachenreiter

Die Verbindung ist ganz direkt: Auf dem Umschlag von Fourth Wing lobt Christopher Paolini Yarros’ Drachen. Seine eigenen sind für viele das Urbild des modernen Drachenreiter-Motivs. Ein Bauernjunge findet einen blauen Stein, aus dem ein Drache schlüpft – Saphira –, und wird damit zum Erben eines Reiterordens, der sich gegen einen tyrannischen Herrscher stellt.

Das Vermächtnis der Drachenreiter ist klassische Abenteuer-Fantasy mit Elfen, Zwergen und einer langen Reise; eine Liebesgeschichte steht nicht im Mittelpunkt. Was es mit Fourth Wing teilt, ist die enge, fast telepathische Bindung zwischen Mensch und Drache – und die Erfahrung, dass diese Bindung ihren Reiter verändert. Die verlinkte Jubiläumsausgabe erschien 2019 bei Blanvalet.

Für wen: für alle, die Tairn und Andarna mehr vermissen als Xaden, und für Jugendliche, die eine Drachengeschichte ohne erotische Szenen suchen.

Naomi Novik: Drachenbrut

Der Geheimtipp für Drachenfans: Captain Will Laurence erbeutet mit seinem Kriegsschiff eine französische Fregatte und findet an Bord ein Drachenei. Als das Junge schlüpft, bleibt ihm keine Wahl – er muss es an sich binden, die Marine verlassen und als Reiter in die Luftstreitkräfte wechseln.

Drachenbrut versetzt die Idee militärisch organisierter Drachenreiter in die Zeit der Napoleonischen Kriege. Das Drachenkorps mit seinen Rängen und Pflichten ist Basgiath näher, als der historische Rahmen vermuten lässt. Das Herz des Buches ist aber die Freundschaft zwischen Laurence und seinem Drachen Temeraire, der neugierig, klug und eigensinnig ist. Romance spielt keine Rolle. Der erste Band von „Die Feuerreiter Seiner Majestät“ ist schon 2007 auf Deutsch erschienen und deshalb vielen jüngeren Fantasy-Leserinnen unbekannt.

Für wen: für alle, die bei Fourth Wing die Szenen in der Luft und die Beziehung zum eigenen Drachen am liebsten gelesen haben.

Kriegsschule und Todesakademie ohne Liebesgeschichte

R. F. Kuang: Die Schamanin

Die Schamanin

Rin ist ein Waisenmädchen aus dem armen Süden des Kaiserreichs Nikan, das von seinen Pflegeeltern als billige Arbeitskraft ausgenutzt wird. Ihr einziger Ausweg ist die Aufnahme an der Eliteakademie Sinegard. Dort wird sie wegen ihrer Herkunft verspottet – bis ein Krieg ausbricht und aus der Ausbildung Ernst wird.

Die Grundidee von Die Schamanin liegt nah an Fourth Wing: eine Außenseiterin an einer militärischen Akademie, die sich gegen Mitschüler und Erwartungen behaupten muss. Die Ausführung ist eine ganz andere. R. F. Kuang, die später mit „Babel“ bekannt wurde, erzählt politisch, ernst und ohne Romance-Schwerpunkt, und ihr Krieg ist kein Abenteuer. Das Buch beschönigt Gewalt nicht und ist entsprechend fordernd. Es ist der erste Teil der Trilogie „Im Zeichen der Mohnblume“; es folgen Die Kaiserin und Die Erlöserin.

Für wen: für Erwachsene, die die Akademie- und Kriegsteile von Fourth Wing spannender fanden als die Liebesgeschichte und die es düsterer vertragen.

Naomi Novik: Tödliche Lektion

Naomi Novik ist ein zweites Mal vertreten, diesmal mit einem ganz anderen Zugang. Die Scholomance ist eine Magierschule ohne Lehrer und ohne Ferien, in der überall Monster lauern und in der man nur auf zwei Arten hinausgelangt: mit bestandener Abschlussprüfung oder tot. Wer den Leitsatz von Basgiath im Ohr hat, erkennt das Prinzip sofort.

Die Erzählerin von Tödliche Lektion, El, besitzt eine gewaltige dunkle Gabe, mit der sie die Monster auf einen Schlag vernichten könnte – nur würde sie dabei auch ihre Mitschüler treffen. Also hält sie sich zurück, während der strahlende Schulstar Orion ständig Leben rettet und ihr damit gehörig auf die Nerven geht. Der Reiz liegt in Els bissiger, misstrauischer Stimme und in einer Welt, deren Regeln man Stück für Stück begreift. Freundschaft und Moral wiegen hier schwerer als Romantik. Es ist der Auftakt der Scholomance-Trilogie.

Für wen: für Jugendliche und Erwachsene, die an Basgiath die tödliche Schulordnung fasziniert hat und die eine Heldin mit scharfem Humor suchen.

Das Rezept neu gemischt

Xiran Jay Zhao: Iron Widow

Iron Widow: Rache im Herzen

Statt Drachen gibt es hier gewaltige Kampfmaschinen, die nur ein Mann und eine Frau gemeinsam mit ihrer Qi-Energie steuern können. Die Frau ist dabei die sogenannte Konkubinen-Pilotin, und weil der Mann ihr an Kraft weit überlegen ist, überlebt sie den Einsatz oft nicht. Die achtzehnjährige Zetian geht trotzdem zur Armee, denn sie will den Tod ihrer Schwester rächen. Sie überlebt – und wird damit selbst zur Macht, die alle fürchten.

Rache im Herzen verbindet Science-Fiction und Fantasy mit Motiven aus der chinesischen Geschichte und stellt die Frage nach Unterdrückung und weiblicher Macht deutlich schärfer als Fourth Wing. Mit der militärischen Auslese und einer Heldin, die niemand unterschätzen sollte, bleibt die Verwandtschaft gut erkennbar. Auch die Liebesgeschichte schlägt einen eigenen Weg ein: Zetian muss sich nicht zwischen zwei Männern entscheiden. Das Buch eröffnet eine Reihe.

Für wen: für alle, die nach dem dritten Drachenroman etwas anderes lesen wollen, und für Leserinnen, die Wut als Antrieb einer Heldin mögen.

Rachel Greenlaw: The Ordeals

Zum Schluss der jüngste Titel der Liste. In The Ordeals, 2026 bei Klett-Cotta erschienen, fühlt sich Sophia De Winter in ihrem bisherigen Leben gefangen. Der einzige Weg in die Freiheit führt über die Aufnahme an Killmarth, einer magischen Elite-Akademie, deren Prüfungen tödlich sein können. Dort begegnet sie nicht nur der Gefahr, sondern auch Gefühlen, mit denen sie nicht gerechnet hat.

Von allen zehn Büchern folgt dieses dem Aufbau von Fourth Wing am genauesten: Akademie, Auslese, Rivalitäten, Liebesgeschichte. Der Ton ist dabei düsterer und geheimnisvoller. Wer keine Lust hat, erst eine Reihe mit fünf Bänden nachzuholen, findet hier einen frischen Einstieg.

Für wen: für alle, die möglichst genau das wieder erleben wollen, was sie an Basgiath gefesselt hat – mit neuem Schauplatz und neuen Figuren.

Bücher wie Fourth Wing im Überblick

BuchWas an Fourth Wing erinnertPasst zu
A Court of Thorns and RosesRomantasy-Reihe, gefährliche Fae-Welt, Liebe über viele BändeErwachsene; lange Reihen
Blood and AshHeldin in fremdbestimmter Rolle, Slow Burn mit LeibwächterErwachsene; viel Romantik
Das Spielvermeintlich schwache Heldin, tödliche Auslese, Liebe zum Feindschnellen Einstieg
ElfenkroneHassliebe, Machtkampf, Außenseiterin am HofJugendliche; Intrigen
Das Vermächtnis der DrachenreiterBindung zwischen Reiter und DracheDrachenfans; ohne Romance
Drachenbrutmilitärisches Drachenkorps, Freundschaft mit dem Drachenhistorische Fantasy
Die SchamaninAußenseiterin an der Militärakademie, KriegErwachsene; düster und politisch
Tödliche Lektion„Abschluss oder Tod“ an einer Magierschulebissigen Humor; ohne Romance
Iron Widow: Rache im HerzenPaare im Kampfeinsatz, unterschätzte HeldinScience-Fantasy; Abwechslung
The OrdealsElite-Akademie, tödliche Prüfungen, LiebesgeschichteNeuerscheinung; nah am Original

Die beste Wahl hängt weniger davon ab, welches Buch Fourth Wing am meisten ähnelt, als davon, was man daran am meisten vermisst: Wer Violet und Xaden hinterhertrauert, greift zu Maas, Armentrout oder Roberts. Wer an Tairn denkt, liest Paolini oder Novik. Und wer an Basgiath vor allem die Härte mochte, ist bei Kuang am besten aufgehoben.

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