Er liebt Kässpatzen, hängt an seinem VW Passat und hat mit dem Arzt Dr. Langhammer einen Nachbarn, der sich für seinen besten Freund hält: Kommissar Kluftinger von der Kripo Kempten ermittelt seit 2003 im Allgäu. Volker Klüpfel und Michael Kobr schreiben die Reihe gemeinsam, und mit dem 14. Band „Blendwerk“ geht sie im Oktober 2026 in die nächste Runde.
Die gute Nachricht für alle, die einsteigen wollen: Bei Kluftinger gibt es keine komplizierten Zeitsprünge oder Vorgeschichten. Die Bände sind in genau der Reihenfolge erschienen, in der die Handlung voranschreitet – und das ist auch die Lesereihenfolge, die sich empfiehlt. Ein wenig Orientierung brauchen Sie trotzdem, denn die Reihe ist über die Jahre durch drei Verlage gewandert und liegt deshalb in unterschiedlichen Ausgaben vor.
Alle Kluftinger-Krimis auf einen Blick
| Nr. | Titel | Erstausgabe |
|---|---|---|
| 1 | Milchgeld | 2003 |
| 2 | Erntedank | 2004 |
| 3 | Seegrund | 2006 |
| 4 | Laienspiel | 2008 |
| 5 | Rauhnacht | 2009 |
| 6 | Schutzpatron | 2011 |
| 7 | Herzblut | 2013 |
| 8 | Grimmbart | 2014 |
| 9 | Himmelhorn | 2016 |
| 10 | Kluftinger | 2018 |
| 11 | Funkenmord | 2020 |
| 12 | Affenhitze | 2022 |
| 13 | Lückenbüßer | 2024 |
| 14 | Blendwerk | erscheint am 1.10.2026 |
| + | Morgen, Klufti, wird’s was geben (Weihnachtsgeschichte) | 2021 |
Ein Wort zu Verlagen und Ausgaben
Die ersten sechs Fälle erschienen ursprünglich bei Piper, die Bände 7 bis 9 bei Droemer Knaur, ab Band 10 ist Ullstein der Verlag der Reihe. Ullstein bringt seit 2026 auch die Bände 1 bis 6 in neuer Ausstattung heraus; auf diese Neuausgaben verweisen die Links oben. Für die Bände 7 bis 9 sind die Knaur-Taschenbücher verlinkt, für die späteren Fälle teils Taschenbuchausgaben, die erst nach der Erstausgabe erschienen sind. Die Jahreszahlen in der Tabelle beziehen sich deshalb bewusst auf die Erstausgaben. Stoßen Sie im Handel auf ein anderes Jahr oder ein anderes Cover, ändert das nichts an Inhalt und Reihenfolge.
Muss man Kluftinger der Reihe nach lesen?
Jeder Band erzählt einen eigenen Kriminalfall, der am Ende aufgeklärt ist. Wer nur einen spannenden Allgäu-Krimi sucht, kommt also mit jedem Band zurecht. Der eigentliche Reiz der Reihe liegt aber im Personal rund um den Kommissar: Ehefrau Erika, Sohn Markus, die Kollegen im Präsidium und vor allem Dr. Langhammer, der Kluftinger mit Bildungsbeflissenheit und Fitnessideen in den Wahnsinn treibt. Diese Figuren entwickeln sich von Band zu Band weiter. Markus findet eine Partnerin, heiratet, Kluftinger wird Großvater, zieht in die Lokalpolitik – und viele Pointen funktionieren nur, wenn man die Vorgeschichte kennt.
Deshalb lautet die Empfehlung: mit Band 1 beginnen und der Nummerierung folgen. Wer lieber erst einmal hineinschnuppern möchte, findet in „Rauhnacht“ einen Band, der auch für sich genommen sehr gut funktioniert (mehr dazu unten).
Die Anfänge: Band 1 bis 6

Band 1: Milchgeld
Mit Milchgeld fing alles an. Der erste Fall dreht sich um den Mord an einem Lebensmittelchemiker, der für eine Allgäuer Molkerei tätig war, und führt Kluftinger mitten hinein in die Milchwirtschaft seiner Heimat. Vor allem aber lernen Sie hier die Menschen kennen, die die Reihe über zwei Jahrzehnte tragen: Erika, die Kollegen und Langhammer. Der Ton ist von Anfang an gesetzt – ein ernsthafter Fall, erzählt mit viel Gespür für die Komik des Alltags. Die Ullstein-Neuausgabe umfasst 320 Seiten.
Band 2 und 3: Erntedank und Seegrund
In Erntedank wird bei Kempten ein Toter im Herbstwald gefunden, auf dessen Körper jemand eine Krähe arrangiert hat. Die Spur führt zu alten Sagen und Bräuchen der Region. Privat wird es für Kluftinger besonders unbequem: Weil ein Wasserrohrbruch das eigene Haus unbewohnbar macht, müssen er und Erika vorübergehend bei den Langhammers wohnen – für den Kommissar eine Zumutung, für die Leser ein Vergnügen.
Seegrund spielt am Alatsee bei Füssen, wo ein Taucher tot in einer roten Flüssigkeit liegt, die sich als rätselhafte Substanz aus dem See erweist. Die Ermittlungen führen zu einer Gruppe von Forschern. Für den weiteren Verlauf der Reihe wichtig: Markus bringt hier seine neue Freundin mit, die in späteren Bänden eine große Rolle spielt. Außerdem bekommt Kluftinger eine neue Kollegin an die Seite gestellt.
Band 4: Laienspiel
Laienspiel ist der Band, in dem die Ermittlungen über das Allgäu hinausreichen. Ein Mann, der vor der österreichischen Polizei flieht, nimmt sich das Leben, und Kluftinger muss mit dem BKA und den Kollegen aus dem Nachbarland zusammenarbeiten – nicht gerade seine Lieblingsdisziplin. Nebenbei wird er zu einem Tanzkurs mit Erika und den Langhammers verpflichtet und soll beim Freilichttheater im Ort mitwirken. Der Wechsel zwischen ernstem Fall und privatem Chaos ist hier besonders ausgeprägt.
Band 5: Rauhnacht – der ideale Quereinstieg

Wenn Sie nur einen Kluftinger lesen wollen, um zu sehen, ob die Reihe etwas für Sie ist, dann Rauhnacht. Ein Wochenende in einem Berghotel soll für Kluftinger und Erika Erholung bringen, doch auch die Langhammers sind da. Ein als Spiel gedachter Krimiabend kippt, als ein Gast tot in einem von innen verschlossenen Raum liegt, und ein Schneesturm schneidet das Hotel von der Außenwelt ab. Das ist ein klassischer Whodunit nach dem Muster des Locked-Room-Rätsels: begrenzter Kreis von Verdächtigen, abgeschlossener Schauplatz, viel Gelegenheit für Wortgefechte zwischen Kluftinger und Langhammer. Weil der Fall so geschlossen angelegt ist, brauchen Sie kaum Vorwissen. Und wer bereits bei Band 5 angekommen ist, bekommt mit der verschneiten Bergkulisse eine passende Lektüre für Winterabende.
Band 6: Schutzpatron
Mit Schutzpatron endet die Piper-Phase der Reihe. Kluftinger soll mit einer Arbeitsgruppe den Altusrieder Burgschatz absichern, als eine Reliquie des Heiligen Magnus in den Ort zurückkehrt, und muss gleichzeitig den Mord an einer alten Frau aufklären. Dass beides zusammenhängt, ahnt man früh. Für Humor sorgt ein gestohlener Passat, dessen Verlust der Kommissar vor seiner Frau verheimlicht. Mit 426 Seiten in der Neuausgabe ist dies der umfangreichste der ersten sechs Bände.
Die Knaur-Jahre: Band 7 bis 9

Band 7: Herzblut
In Herzblut geht es buchstäblich ans Herz: Nach einem anonymen Anruf findet Kluftinger nachts am Teufelssee nur Blut, bald darauf eine Leiche ohne Herz – und es bleibt nicht bei einer. Gleichzeitig hat der Kommissar mit Beschwerden in der Brust zu kämpfen und nimmt sich vor, gesünder zu leben. Die Sorge um die eigene Gesundheit wird dabei mit viel Selbstironie erzählt.
Band 8: Grimmbart
Grimmbart verlegt den Fall ins Schloss von Bad Grönenbach. Die Frau des Barons wurde ermordet und so hergerichtet, dass sie einem alten Familiengemälde gleicht; zum Schloss gehört ein eigener Märchenwald. Privat ist dies einer der wichtigsten Bände: Markus heiratet, und die Schwiegereltern reisen aus Japan an. Das Aufeinandertreffen der Kulturen – mit Langhammer als selbst ernanntem Vermittler – ist eine dankbare Vorlage für Situationskomik.
Band 9: Himmelhorn
In Himmelhorn zieht es Kluftinger, dank Langhammer und eines E-Bikes, in die Allgäuer Alpen. Dort stoßen die beiden auf drei Tote in historischer Kleidung: einen Filmemacher und zwei Bergführer, die die Erstbesteigung des Himmelhorns nachstellen wollten. Was zunächst nach einem Bergunglück aussieht, führt zu einer Feindschaft zwischen zwei Familien, die Jahrzehnte zurückreicht. Die Ermittlungen führen in entlegene Alpentäler, deren Bewohner noch weniger reden als der Kommissar.
Ein neuer Abschnitt: Band 10 bis 13

Band 10: Kluftinger
Der zehnte Fall trägt schlicht den Namen des Kommissars, und das hat seinen Grund. In Kluftinger ist er gerade Großvater geworden, als er auf dem Friedhof ein frisches Grab mit einem Kreuz entdeckt, auf dem sein eigener Name steht. Kurz darauf erscheint eine Todesanzeige in der Zeitung. Um der Drohung auf den Grund zu gehen, muss Kluftinger in seine eigene Vergangenheit zurück, und es gibt Hinweise auf einen Informanten in den eigenen Reihen. Dieser Band ist ein Wendepunkt der Reihe und setzt die Kenntnis der Vorgänger in besonderem Maß voraus – als Einstieg eignet er sich nicht.
Band 11: Funkenmord
Auch Funkenmord blickt zurück: Kluftinger nimmt sich einen alten, nie aufgeklärten Mordfall aus der Zeit vor, als er noch am Anfang seiner Laufbahn stand. Wie schon im Vorgänger spielt damit Kluftingers eigene Vergangenheit eine Rolle. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.
Band 12: Affenhitze
Der Titel von Affenhitze ist doppeldeutig. Im Allgäu herrscht drückende Schwüle, und der Tatort ist eine Tongrube, in der einst das Skelett eines Urzeitaffen namens „Udo“ gefunden wurde. Dessen Entdecker, ein Professor mit vielen Gegnern, liegt dort nun tot. Unter den Verdächtigen ist eine undurchsichtige Sekte. Privat misstraut Kluftinger der Tagesmutter seiner Enkelin so sehr, dass er sich auf Übungsflüge mit Langhammers Drohne einlässt, was absehbar nicht gut ausgeht. Die verlinkte Taschenbuchausgabe umfasst stattliche 553 Seiten.
Band 13: Lückenbüßer
In Lückenbüßer hat Kluftinger vorübergehend die Leitung des Präsidiums übernommen. Ein Einsatz in den Bergen, den er verantwortet, endet mit dem Tod eines Polizisten, und die Frage, ob seine Planung schuld war, lastet schwer auf ihm. Dazu kommt die Kommunalpolitik: Eigentlich sollte er nur die Kandidatenliste für den Gemeinderat auffüllen, doch als Langhammer gegen ihn antritt, wird aus der Pflicht ein Wettkampf. Lesen Sie diesen Band unbedingt vor Band 14, denn der Ausgang der Wahl wird dort vorausgesetzt.
Neu im Oktober 2026: Blendwerk

Der 14. Fall Blendwerk erscheint am 1. Oktober 2026. Kluftinger sitzt inzwischen im Gemeinderat und muss sich dort weiter mit Langhammer auseinandersetzen. Beruflich führt ihn der Fall in eine Welt, die ihm fremder kaum sein könnte: Im Eistobel, einer Schlucht im Westallgäu, wird eine Influencerin tot aufgefunden. Ob sie beim Versuch, ein spektakuläres Foto zu machen, verunglückt ist oder ermordet wurde, muss Kluftinger zwischen Followerzahlen, Rivalität und inszenierten Bildern herausfinden. Der Verlag verspricht damit, wie es im Untertitel heißt, einen „Ausflug ins digitale Zeitalter“ – für einen Ermittler, der mit Technik traditionell fremdelt, eine vielversprechende Ausgangslage.
Außer der Reihe: Morgen, Klufti, wird’s was geben

2021 erschien mit Morgen, Klufti, wird’s was geben ein Buch, das weder Krimi noch nummerierter Band ist. Auf rund 140 Seiten erzählen Klüpfel und Kobr in 24 Kapiteln von einem Weihnachtsfest bei den Kluftingers, das gründlich aus den Fugen gerät: Kurz vor Heiligabend kündigt sich Besuch aus Japan an, und ausgerechnet dann fällt Erika von der Leiter. Kluftinger muss die Festvorbereitungen allein stemmen – und sein Gast erwartet ein möglichst authentisches Allgäuer Weihnachten.
Einen Mordfall gibt es hier nicht, dafür reichlich häusliches Chaos. Die Geschichte lässt sich unabhängig von der Reihe lesen, macht aber mehr Freude, wenn Sie die Familie und die Verbindung nach Japan bereits kennen. Die 24 Kapitel legen nahe, das Buch im Advent als literarischen Adventskalender zu lesen, Tag für Tag ein Kapitel.
Kurz zusammengefasst: So lesen Sie die Kluftinger-Krimis
- Mit „Milchgeld“ beginnen. Jeder Fall ist abgeschlossen, das Privatleben der Figuren entwickelt sich aber von Band zu Band weiter.
- Nach Bandnummer lesen. Erscheinungsreihenfolge und Handlungszeit stimmen überein, eine abweichende chronologische Reihenfolge gibt es nicht.
- Zum Reinschnuppern: „Rauhnacht“. Der Locked-Room-Krimi im eingeschneiten Hotel funktioniert auch ohne Vorkenntnisse.
- Band 10 nicht vorziehen. „Kluftinger“ lebt von der gemeinsamen Geschichte mit den Figuren.
- „Lückenbüßer“ vor „Blendwerk“. Band 14 knüpft direkt an die Gemeinderatswahl aus Band 13 an.
- Die Weihnachtsgeschichte als Zugabe, am besten nach einigen Bänden und in der Adventszeit.
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