Die besten Romantasy-Bücher für Einsteiger

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Romantasy ist das Genre, das seit einigen Jahren die Bestsellerlisten und die Buchhandlungstische mit Farbschnitt bestimmt. Gemeint sind Fantasyromane, in denen die Liebesgeschichte nicht schmückendes Beiwerk ist, sondern gleichberechtigt neben Magie, Intrigen und Kriegen steht. Wer neu einsteigt, steht allerdings vor einem Berg aus mehrbändigen Reihen, Fachbegriffen wie „Enemies to Lovers“ oder „Slow Burn“ und Verlagsangaben zum „Spice-Level“, also dazu, wie explizit die Liebesszenen ausfallen.

Diese Auswahl soll den Einstieg erleichtern. Sie beginnt mit den drei Reihen, an denen man kaum vorbeikommt, öffnet sich dann für jüngere Leserinnen und Leser und für leisere oder lustigere Spielarten und endet bei einem Roman, der lange vor dem Boom erschienen ist. Zu jedem Titel erfahren Sie, worauf Sie sich einlassen: wie lang die Reihe ist, wie der Ton ausfällt und für wen sich das Buch eignet.

Die drei Reihen, mit denen fast alle anfangen

Sarah J. Maas: A Court of Thorns and Roses

A Court of Thorns and Roses

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Wenn ein Buch als Ausgangspunkt der heutigen Romantasy gilt, dann dieses. A Court of Thorns and Roses beginnt mit einem Tod: Die junge Jägerin Feyre erlegt im Winterwald ein Tier, das kein gewöhnliches ist, und muss dafür ins Reich der Fae gehen, eine Welt, die ebenso betörend wie gefährlich ist. Wer Märchen kennt, erkennt das Muster einer losen Neuerzählung von „Die Schöne und das Biest“, und gerade dieser vertraute Grundriss macht den Einstieg leicht.

Wichtig zu wissen: Der Roman eröffnet die Reihe „Das Reich der sieben Höfe“, deren Bände aufeinander aufbauen und nicht einzeln gelesen werden können. Band 6 ist Ende Oktober 2026 erschienen, Band 7 hat der Verlag für Januar 2027 angekündigt. Die verlinkte Ausgabe von 2026 ist eine veredelte Hardcover-Fassung mit Farbschnitt, seit 2020 gibt es den Band auch als günstigeres Taschenbuch.

Gut für: alle, die das Genre von seinem Zentrum her kennenlernen und sich auf eine lange Reihe einlassen möchten.

Rebecca Yarros: Fourth Wing

Für viele war Fourth Wing der erste Romantasy-Roman überhaupt, und das hat Gründe. Violet wollte eigentlich als Schriftgelehrte zwischen Büchern leben. Als Tochter einer Generalin muss sie stattdessen am Basgiath War College die Ausbildung zur Drachenreiterin durchlaufen, wo längst nicht jeder das erste Jahr übersteht. Ausgerechnet Xaden, einem Geschwaderführer mit guten Gründen, sie zu hassen, wird sie unterstellt.

Das Buch verbindet Akademieroman, Überlebenskampf und eine Beziehung, die als Feindschaft beginnt. Trotz seiner 764 Seiten liest es sich zügig, denn Yarros erzählt temporeich und mit viel Dialog. Es ist der erste Band der Reihe „Flammengeküsst“; drei Bände sind bisher erschienen, und auch hier gilt, dass sie nur in Reihenfolge funktionieren.

Gut für: Leserinnen und Leser, die Tempo und Action suchen und sich von Drachen eher anziehen als abschrecken lassen.

Jennifer L. Armentrout: Blood and Ash

Blood and Ash

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Poppy ist die Auserwählte: Sie soll ihr Land vor dem verfluchten Königreich bewahren und darf dafür kein eigenes Leben führen. Niemand darf sie ansehen, mit ihr sprechen oder sie berühren. Als Hawke ihr neuer Leibwächter wird, ein Mann mit losem Mundwerk und wenig Respekt vor Regeln, gerät dieses streng geordnete Dasein ins Wanken.

Blood and Ash spielt das klassische Motiv „Pflicht gegen Liebe“ durch und legt dabei einige Wendungen aus, die man besser nicht vorab erfährt. Für Einsteiger ist eine Angabe besonders nützlich: Der Verlag beziffert das Spice-Level mit 4 von 5, die Liebesszenen sind also deutlich expliziter als etwa bei Holly Black. Der Band eröffnet die Reihe „Liebe kennt keine Grenzen“ und umfasst rund 670 Seiten.

Gut für: alle, die wissen, dass sie es romantischer und heißer mögen, und sich darauf freuen, mit einer langen Reihe zu beginnen.

Ohne explizite Szenen und mit viel Märchen

Holly Black: Elfenkrone

Jude ist sieben Jahre alt, als ihre Eltern ermordet werden und sie mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs gelangt. Zehn Jahre später will sie dort nur eines: dazugehören, gleichgültig, was es kostet. Doch Sterbliche gelten den meisten Elfen wenig, und keiner zeigt ihr das so offen wie Prinz Cardan.

Elfenkrone ist ein Jugendbuch und eröffnet eine Trilogie. Anders als bei Maas oder Armentrout wird hier nicht im Bett, sondern im Thronsaal um Macht gerungen: Intrigen, wechselnde Bündnisse und Lügen bestimmen die Handlung, die Hassliebe zwischen Jude und Cardan entwickelt sich ohne explizite Szenen. Jude erzählt selbst, kühl und berechnend, und gerade diese Stimme hebt das Buch heraus.

Gut für: Jugendliche, Eltern auf der Suche nach einem passenden Einstieg und alle Erwachsenen, die mehr Hofintrige als Spice wollen.

Stephanie Garber: Once Upon a Broken Heart

Once Upon a Broken Heart

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Wer Fae-Kriege und Drachenschlachten scheut, findet bei Stephanie Garber eine verspieltere Tür ins Genre. Evangeline Fox glaubt an glückliche Enden, bis der Mann, den sie liebt, eine andere heiraten soll. Um die Hochzeit zu verhindern, lässt sie sich auf einen Handel mit Jacks ein, dem Prinzen der Herzen. Sein Preis: drei Küsse, über deren Zeitpunkt und Empfänger er allein entscheidet.

Once Upon a Broken Heart lebt von seiner Märchenatmosphäre, von Flüchen, Abmachungen mit Unsterblichen und der Frage, ob ein Handel mit einem Schurken je gut ausgehen kann. Der Roman erscheint als Jugendbuch, ist der Auftakt einer Trilogie und liegt in der hier ausgewählten Ausgabe als Taschenbuch von 2025 vor.

Gut für: alle, die Romantasy eher als modernes Märchen erleben möchten und sich auf eine überschaubare Trilogie einlassen wollen.

Leiser, lustiger, kürzer: andere Wege ins Genre

Rebecca Ross: Divine Rivals

Eine Liebesgeschichte, die über Briefe beginnt, mag in diesem Genre ungewöhnlich klingen, ist aber ein besonders sanfter Einstieg. In Divine Rivals tobt ein Krieg zwischen Göttern, und Iris Winnow, achtzehn, hält ihre Familie mit einer Stelle bei der Oath Gazette über Wasser, während ihr Bruder an der Front vermisst wird. Ihr Konkurrent um eine Kolumne ist der hochnäsige Roman Kitt. Was sie nicht ahnt: Er ist auch der Unbekannte, mit dem sie über eine magisch verbundene Schreibmaschine Briefe tauscht.

Die Konstellation erinnert eher an die Filmkomödie „E-Mail für Dich“ („You’ve Got Mail“) als an höfische Machtspiele, doch der Krieg im Hintergrund gibt dem Buch Ernst. Der Ton ist warmherzig, im Mittelpunkt stehen die Worte zwischen zwei Menschen, nicht Hofintrigen oder Schlachten. Der Roman ist der erste Teil der Dilogie „Letters of Enchantment“, die Geschichte ist also nach zwei Bänden erzählt.

Gut für: alle, die Worte und Briefe lieben und eine Liebesgeschichte suchen, die sich Zeit lässt. Unser besonderer Tipp in dieser Liste.

Ali Hazelwood: Bride

Bride

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Ali Hazelwood ist mit Liebeskomödien aus dem Wissenschaftsbetrieb bekannt geworden. Mit Bride hat sie sich dem Übernatürlichen zugewandt, ohne ihren Stil aufzugeben. Misery Lark, Tochter eines mächtigen Vampirs und selbst eine Außenseiterin, soll zur Besiegelung eines Bündnisses ausgerechnet Lowe Moreland heiraten, den Alpha eines Werwolfrudels. Beide Seiten trauen einander nicht, und Misery verfolgt eigene Pläne.

Vernunftehe, Feinde, die sich näherkommen, und viele schlagfertige Dialoge: Wer Contemporary Romance kennt, wird hier sofort heimisch. Das Buch erzählt eine in sich abgeschlossene Liebesgeschichte, man muss sich also nicht auf eine lange Reihe verpflichten; ein späterer Roman spielt in derselben Welt. Der Verlag spricht von einer „prickelnd heißen“ Geschichte, mit expliziten Szenen ist also zu rechnen.

Gut für: Romance-Leserinnen, die erst einmal in die Fantasy hineinschnuppern möchten.

Brigitte Knightley: The Irresistible Urge to Fall for Your Enemy

Dass Romantasy nicht immer ernst sein muss, zeigt Brigitte Knightley, die zuvor als Fanfiction-Autorin bekannt wurde. In The Irresistible Urge to Fall for Your Enemy, auf Deutsch mit dem Zusatz „Wie man sich (nicht) in seinen Erzfeind verliebt“, ist der Assassine Osric todkrank. Helfen kann ihm nur die Heilerin Aurienne, die ihn nicht ausstehen kann und sich nur mit Geld für ihre Forschung zur Zusammenarbeit überreden lässt.

Was folgt, ist ein langsames Annähern unter ständigem Schlagabtausch, deutlich komischer als der Großteil des Genres. Mit gut 400 Seiten gehört der Roman zu den kürzeren Titeln dieser Liste. Er eröffnet die Dearly-Beloathed-Bücher; Vorwissen brauchen Sie dafür nicht.

Gut für: alle, die beim Lesen lachen wollen und Wortgefechte mehr schätzen als Schlachtszenen.

Eine deutsche Stimme

Julia Dippel: A Song to Raise a Storm

A Song to Raise a Storm

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Romantasy ist kein reines Importgeschäft. Julia Dippel, SPIEGEL-Bestsellerautorin, hat mit A Song to Raise a Storm den Auftakt ihrer Reihe „Die Sonnenfeuer-Ballade“ geschrieben. In ihrer Welt sichert ein brüchiger Frieden das Zusammenleben von Menschen und magischen Quidhe, und die Vakàr, ein dunkles magisches Volk, wachen gnadenlos über seine Einhaltung. Sintha, die letzte lebende Halb-Quidhe, hält sich lieber im Hintergrund. Dann sitzt sie wegen eines Schneesturms in einem Dorf fest, in dem gerade ein Mord geschehen ist, und zur Aufklärung erscheint ausgerechnet der gefürchtete Anführer der Vakàr.

Das Krimi-Element gibt dem Auftakt einen klaren Rahmen, die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Ein praktisches Detail für Einsteiger: Die Taschenbuchausgabe enthält einen QR-Code zu einem expliziteren Bonuskapitel. Wer es zurückhaltender mag, lässt es einfach weg.

Gut für: alle, die eine deutschsprachige Autorin entdecken wollen und eine Mischung aus Romantasy und Rätsel schätzen.

Der moderne Klassiker vor dem Boom

Naomi Novik: Das dunkle Herz des Waldes

Zum Schluss ein Roman, der erschienen ist, bevor das Etikett Romantasy in aller Munde war, und der sich gerade deshalb als Gegenstück zu den großen Reihen lohnt. Alle zehn Jahre holt sich der Zauberer, den im Tal alle nur „den Drachen“ nennen, ein Mädchen in seinen Turm. Dafür hält er den verderbten Wald in Schach, der das Land bedroht. Jeder erwartet, dass seine Wahl auf die schöne Kasia fällt, doch er nimmt ihre Freundin Agnieszka mit.

Das dunkle Herz des Waldes ist osteuropäisch gefärbte Märchenfantasy, atmosphärisch dicht und mit einer bedrohlichen Natur, die zur eigentlichen Gegenspielerin wird. Die Liebesgeschichte läuft mit, steht aber nicht im Mittelpunkt; genauso wichtig sind die Freundschaft zwischen Agnieszka und Kasia und der Kampf gegen den Wald. Der Roman ist ein abgeschlossener Einzelband.

Gut für: Leserinnen und Leser, die von klassischer Fantasy kommen oder ein literarischeres Buch suchen, das sich ohne Fortsetzungen lesen lässt.

Welches Buch passt zu Ihnen?

Wenn Sie unschlüssig sind, hilft eine einfache Frage: Wie viel Verpflichtung und wie viel Spice möchten Sie? Wer nur ausprobieren will, greift zu einem der Einzelbände oder zur Dilogie. Wer sofort tief eintauchen möchte, beginnt mit einer der großen Reihen. Und wer explizite Szenen lieber meidet, ist bei Holly Black und Naomi Novik am besten aufgehoben.

BuchAutorinUmfangAm besten für
A Court of Thorns and RosesSarah J. MaasBand 1 einer langen Reiheden Einstieg ins Zentrum des Genres
Fourth WingRebecca YarrosBand 1, bisher drei BändeTempo, Action, Drachen
Blood and AshJennifer L. ArmentroutBand 1 einer Reiheviel Romantik, hohes Spice-Level
ElfenkroneHolly BlackBand 1 einer TrilogieJugendliche, Hofintrige
Once Upon a Broken HeartStephanie GarberBand 1 einer TrilogieMärchenstimmung
Divine RivalsRebecca RossBand 1 einer Dilogieeine leise, briefliche Liebesgeschichte
BrideAli Hazelwoodabgeschlossene GeschichteUmsteiger aus der Romance
The Irresistible Urge to Fall for Your EnemyBrigitte KnightleyAuftakt, eigenständig lesbarHumor und Wortgefechte
A Song to Raise a StormJulia DippelBand 1 einer Reihedeutschsprachige Romantasy mit Krimi
Das dunkle Herz des WaldesNaomi NovikEinzelbandliterarische Märchenfantasy

Ein letzter Rat für den Anfang: Schauen Sie vor dem Kauf in die Verlagsangaben. Immer mehr Verlage nennen das Spice-Level oder weisen darauf hin, ob die Bände einer Reihe unabhängig voneinander lesbar sind. Für Einsteiger sind diese zwei Angaben oft wichtiger als jede Zusammenfassung.

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