Lucinda Riley in der richtigen Reihenfolge: „Die sieben Schwestern“ und alle Einzelromane

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buchtipp.de Stimmungsbild für Reihenfolgen

Alte Herrenhäuser, vergessene Briefe und Familiengeheimnisse, die über Generationen nachwirken: Lucinda Riley hat mit diesem Rezept ein großes Publikum gewonnen. Auf Deutsch erscheinen ihre Romane bei Goldmann, und wer neu einsteigt, steht vor einem stattlichen Werk – einer Saga in acht Bänden und einem guten Dutzend Einzelromanen. Die gute Nachricht vorweg: Die Frage nach der richtigen Reihenfolge lässt sich klar beantworten.

Bei der Reihe „Die sieben Schwestern“ kommt es auf die Reihenfolge an, denn eine Rahmenhandlung zieht sich durch alle Bände und wird erst ganz am Ende aufgelöst. Die Einzelromane dagegen stehen jeweils für sich. Sie hängen weder untereinander noch mit der Saga zusammen und lassen sich in beliebiger Folge lesen.

„Die sieben Schwestern“: Die Reihe auf einen Blick

BandTitelSchwesterDeutsche Erstausgabe
1Die sieben SchwesternMaia2015
2Die SturmschwesterAlly2015
3Die SchattenschwesterStar2016
4Die PerlenschwesterCeCe2017
5Die MondschwesterTiggy2018
6Die SonnenschwesterElektra2019
7Die verschwundene SchwesterMerope2021
8Atlas – Die Geschichte von Pa SaltPa Salt2023

Die Jahreszahlen beziehen sich auf die deutschen Erstausgaben. Verlinkt sind die späteren Taschenbuchausgaben, die jeweils ein bis zwei Jahre danach erschienen sind. Im Handel stoßen Sie deshalb oft auf abweichende Jahre – an der Lesereihenfolge ändert das nichts. Sie entspricht der Reihenfolge der Veröffentlichung.

Worum es in der Saga geht

Sechs Mädchen wachsen auf Atlantis auf, einem Anwesen am Genfer See. Ihr Adoptivvater, von allen nur Pa Salt genannt, hat sie als Kleinkinder aus verschiedenen Teilen der Welt zu sich geholt und nach den Sternen der Plejaden benannt. Die siebte Schwester fehlt. Als Pa Salt stirbt, erhält jede Tochter einen Hinweis auf ihre Herkunft. Jeder Band begleitet eine der Schwestern auf der Suche nach ihren Wurzeln und verbindet ihre Gegenwart mit einer Lebensgeschichte aus der Vergangenheit.

Jede dieser Familiengeschichten ist in sich abgeschlossen. Die Rahmenhandlung aber – wer Pa Salt war, warum er gerade diese Kinder adoptierte, was es mit der siebten Schwester auf sich hat – wächst von Band zu Band. Wer quer einsteigt, nimmt sich einen Gutteil der Spannung.

Band 1 bis 4: Maia, Ally, Star und CeCe

Die sieben Schwestern, Band 1 der Saga von Lucinda Riley

Band 1: Die sieben Schwestern

Der Auftakt ist ein Pflichtband, denn hier werden Atlantis, die Schwestern und das Rätsel um Pa Salt eingeführt. Maia, die Älteste, wagt als Erste, dem Hinweis ihres Vaters zu folgen. Er führt sie nach Rio de Janeiro und zur Geschichte einer jungen Frau aus der Oberschicht der Stadt in den 1920er Jahren. Mit rund 550 Seiten in der verlinkten Ausgabe ist der erste Band einer der kürzeren der Reihe.

Band 2: Die Sturmschwester

Ally ist Seglerin und steht privat wie beruflich gerade vor einem Höhepunkt, als die Todesnachricht sie erreicht. Ihre Spur beginnt bei einem Buch aus der Bibliothek in Atlantis und führt nach Norwegen, in die Musikwelt des 19. Jahrhunderts und zu Edvard Grieg. Neben der Herkunftsfrage geht es hier stark um Trauer und Neubeginn.

Band 3: Die Schattenschwester

Star ist es nie gelungen, aus dem Schatten ihrer Schwester CeCe zu treten. Ihr Hinweis ist die Adresse einer Buchhandlung in London. Von dort aus erschließt sich eine Geschichte aus der Edwardianischen Zeit, mit Stationen in Kent und im Lake District. Im Kern ist „Die Schattenschwester“ die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, ihren eigenen Weg zu gehen.

Band 4: Die Perlenschwester

Weil die Wege von Star und CeCe so eng verknüpft sind, ist es ein Vorteil, CeCes Geschichte direkt im Anschluss zu lesen. Ihr Weg führt nach Australien und zu einer Schottin, die vor über hundert Jahren dort ankam und im Perlenhandel ihr Glück machte. Dazu kommt die Kunst der Aborigines, die für CeCe selbst eine wichtige Rolle spielt.

Band 5 bis 7: Tiggy, Elektra und die fehlende Schwester

Band 5: Die Mondschwester

Tiggys Geschichte beginnt in den schottischen Highlands, ihr Hinweis aber führt nach Granada, auf den Sacromonte, und zur Lebensgeschichte einer Flamenco-Tänzerin aus dem 20. Jahrhundert. Wer Spanien als Schauplatz mag, kommt in diesem Band besonders auf seine Kosten.

Band 6: Die Sonnenschwester

Elektra ist die schillerndste der Schwestern: ein gefeiertes Model in New York, das sein Leben allerdings kaum noch im Griff hat. Hier kommt die Vergangenheit zu ihr – in Gestalt einer Großmutter, von der sie nichts wusste. Der historische Teil spielt in den 1940er Jahren in Kenia. Mit über 800 Seiten gehört „Die Sonnenschwester“ zu den umfangreichsten Bänden.

Band 7: Die verschwundene Schwester

Nun rückt die Frage in den Mittelpunkt, die seit Band 1 offen ist: Wo ist Merope, die siebte Schwester? Eine erste Spur weist zu einem Weingut in Neuseeland, und es beginnt eine Suche um die halbe Welt, bei der Irland eine zentrale Rolle spielt. Es ist zugleich der letzte Roman der Reihe, den Lucinda Riley selbst vollenden konnte; sie starb im Juni 2021.

Das Finale: Atlas – Die Geschichte von Pa Salt

Atlas – Die Geschichte von Pa Salt, Band 8 der Saga

Den Abschluss hat Rileys Sohn Harry Whittaker nach den Notizen seiner Mutter fertiggestellt. Atlas – Die Geschichte von Pa Salt verschränkt zwei Zeitebenen: das Leben eines Jungen, der 1928 in Paris knapp dem Tod entgeht und später am Konservatorium studiert, und ein Treffen aller sieben Schwestern im Jahr 2008 auf einem Schiff in der Ägäis. Dort werden die Geheimnisse der Reihe gelüftet.

Dieser Band gehört unbedingt ans Ende. Er setzt die Kenntnis aller sieben Vorgänger voraus und verrät deren Hintergründe – wer „Atlas“ vorzieht, verdirbt sich die gesamte Saga.

Die Einzelromane in der Reihenfolge ihres Erscheinens

Außerhalb der Saga hat Lucinda Riley zahlreiche eigenständige Romane geschrieben. Die meisten folgen einem ähnlichen Muster: Eine Frau in der Gegenwart stößt an einem bedeutsamen Ort auf ein Familiengeheimnis, das in die Vergangenheit zurückreicht. Eine vorgeschriebene Reihenfolge gibt es nicht. Die Tabelle ordnet die Bücher nach ihrer deutschen Erstveröffentlichung; die verlinkten Ausgaben sind oft spätere Neuauflagen.

TitelDeutsche ErstausgabeSchauplatz
Das Orchideenhaus2010Wharton Park, Thailand
Das Mädchen auf den Klippen2012Irland
Der Lavendelgarten2013Provence
Das italienische Mädchen2014Neapel, Mailand
Der Engelsbaum2014Wales
Die Mitternachtsrose2014Dartmoor, Indien
Helenas Geheimnis2016Zypern
Der verbotene Liebesbrief2017London
Das Schmetterlingszimmer2019Suffolk
Die Toten von Fleat House2022Norfolk
Das Mädchen aus Yorkshire2024Yorkshire
Die Frauen von Ballymore2025Irland, London

Der beste Einstieg: Das Orchideenhaus

Das Orchideenhaus von Lucinda Riley

Wer Lucinda Riley erst einmal kennenlernen möchte, ohne sich auf acht dicke Bände einzulassen, beginnt am besten mit ihrem Durchbruch. Julia Forrester kehrt nach einem schweren Verlust nach Wharton Park zurück, wo ihr Großvater einst Orchideen züchtete. Ein bei Renovierungsarbeiten entdecktes Tagebuch bringt eine Geschichte ans Licht, die bis nach Thailand reicht. Das Buch enthält bereits alles, was Rileys spätere Romane prägt. Die hier verlinkte Ausgabe ist eine limitierte Schmuckausgabe mit Farbschnitt.

Irland, Provence, Italien: Die frühen Jahre

In Das Mädchen auf den Klippen zieht sich eine Bildhauerin nach einer Enttäuschung an die irische Küste zurück und begegnet dort einem Kind, das sie mitten in die Geschichte zweier Familien hineinzieht. Der Lavendelgarten führt in ein Château in der Provence: Nach dem Tod ihrer Mutter erbt Emilie de la Martinières das Familienanwesen und stößt auf die Geschichte ihrer Tante, die in die Zeit der Résistance zurückführt.

Mehrere Titel gehen auf frühe Romane zurück, die Riley in den 1990er und 2000er Jahren unter dem Namen Lucinda Edmonds veröffentlicht und später überarbeitet hat. Dazu gehört Das italienische Mädchen, eine Geschichte aus der Opernwelt über eine junge Sängerin aus Neapel und einen gefeierten Tenor, deren gemeinsame Karriere von einer zerstörerischen Leidenschaft überschattet wird. Ebenfalls dazu zählt Der Engelsbaum: Eine Frau, die nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren hat, kehrt nach Marchmont Hall in Wales zurück und findet im Wald das Grab ihres Sohnes – ein deutlich ernsterer, schwerer Stoff.

Herrenhäuser in England und Ferien auf Zypern

Die Mitternachtsrose verbindet einen Filmdreh in einem Herrenhaus im Dartmoor mit der Lebensgeschichte einer Inderin aus der Kolonialzeit, deren Urenkel ihr Vermächtnis nach England führt. Etwas aus der Reihe fällt Helenas Geheimnis: Statt um eine historische Spurensuche geht es um einen Familiensommer auf Zypern, an dem die Vergangenheit der Mutter alle einholt. Wer Riley einmal von ihrer ruhigeren, auf die Gegenwart konzentrierten Seite lesen möchte, ist hier richtig.

Spannungsreicher ist Der verbotene Liebesbrief, ebenfalls ein überarbeiteter Frühroman. Eine Londoner Journalistin erhält nach der Trauerfeier für einen berühmten Schauspieler einen alten Liebesbrief und gerät bei ihren Recherchen an ein Geheimnis, das bis ins Königshaus reicht. In Das Schmetterlingszimmer steht eine ältere Frau im Mittelpunkt: Posy Montague lebt in ihrem Admiral House in Suffolk, als ihre erste große Liebe nach fünfzig Jahren wieder auftaucht.

Der Ausreißer: Die Toten von Fleat House

Die Toten von Fleat House, der Kriminalroman von Lucinda Riley

Ein ganz anderer Zugang zur Autorin ist Die Toten von Fleat House, Rileys einziger Kriminalroman, auf Deutsch 2022 nach ihrem Tod erschienen. In einem Internat in Norfolk stirbt ein Schüler, und Detective Inspector Jazz Hunter, die gerade der Londoner Polizei den Rücken gekehrt hat, übernimmt den Fall. Auch hier führt die Lösung in die Vergangenheit, doch die Spannung folgt den Regeln des Genres. Ein guter Tipp für alle, die mit Familiensagas weniger anfangen können.

Die jüngsten Titel: Das Mädchen aus Yorkshire und Die Frauen von Ballymore

Auch nach Rileys Tod sind auf Deutsch weitere überarbeitete Frühwerke erschienen. Das Mädchen aus Yorkshire erzählt von einer jungen Frau aus einem Dorf in Yorkshire, die als Model Karriere macht und von ihrer Verbindung zu einer Familie eingeholt wird, deren Geschichte bis in den Zweiten Weltkrieg zurückreicht.

Die Frauen von Ballymore von Lucinda Riley

Der bislang jüngste Titel auf Deutsch ist Die Frauen von Ballymore. Er beginnt an der Südküste Irlands, wo sich eine Sechzehnjährige in einen Musiker verliebt, und führt ins London der 1960er Jahre. Die Rivalität mit einer anderen Frau aus dem Heimatdorf treibt die Handlung in Richtung eines Dramas.

Was nicht in diese Liste gehört

Der Vollständigkeit halber: Gemeinsam mit Harry Whittaker hat Lucinda Riley außerdem die Bilderbuchreihe „Deine Schutzengel“ veröffentlicht, deren vier Bände sich an Kinder richten. Unter dem Namen Lucinda Edmonds erschien 2001 zudem „Spiel mit dem Feuer“, das heute vergriffen ist. Beide bleiben hier außen vor.

Kurz zusammengefasst: So lesen Sie Lucinda Riley

  • Die Saga streng nach Bandnummer lesen, beginnend mit „Die sieben Schwestern“. Jeder Band erzählt eine eigene Geschichte, doch die Rahmenhandlung baut aufeinander auf.
  • „Atlas“ immer zuletzt. Das Finale löst die Geheimnisse aller Vorgänger auf.
  • Die Einzelromane in beliebiger Reihenfolge. Sie haben nichts mit der Saga und nichts miteinander zu tun.
  • Zum Ausprobieren eignet sich „Das Orchideenhaus“ – wer danach mehr will, findet in der Saga reichlich Lesestoff.
  • Für Krimifreunde: „Die Toten von Fleat House“ zeigt eine ganz andere Seite der Autorin.
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