Die besten Kinderbibeln – vom Bilderbuch für die Kleinsten bis zur Schulbibel

buchtipp.de Stimmungsbild für Buchempfehlungen

Eine Kinderbibel ist selten ein Buch, das man einmal liest und dann weglegt. Sie wird zur Taufe verschenkt, abends am Bett aufgeschlagen, im Kindergottesdienst herumgereicht und manchmal noch Jahrzehnte später aus dem Regal geholt, wenn die eigenen Kinder so weit sind. Umso wichtiger ist die Wahl. Denn Kinderbibeln unterscheiden sich stärker, als man zunächst denkt: in der Nähe zum Bibeltext, in der Auswahl der Geschichten, im theologischen Blickwinkel – und vor allem in den Bildern, die sich oft tiefer einprägen als jeder Satz.

Diese Übersicht stellt zehn empfehlenswerte Kinderbibeln vor. Sie beginnt mit einem ausgezeichneten Standardwerk für die ganze Familie, führt über drei Klassiker zu neueren Nacherzählungen und endet mit Ausgaben für Comic-Fans und ältere Kinder, die sich langsam an die ganze Bibel herantasten. Am Schluss hilft eine Tabelle bei der Auswahl nach Alter.

Worauf es bei einer Kinderbibel ankommt

Drei Fragen helfen, bevor man sich entscheidet. Erstens: Wie alt ist das Kind? Für Drei- und Vierjährige zählen große, klare Bilder und wenige, kurze Geschichten. Ab dem Grundschulalter dürfen es mehr Text und auch schwierigere Erzählungen sein, ab zehn Jahren lohnt ein Buch, das den Bibeltext selbst ernst nimmt und erklärt. Zweitens: Wie nah soll die Nacherzählung am Original bleiben? Manche Kinderbibeln erzählen frei und literarisch, andere halten sich eng an die Vorlage. Drittens: Welche Bildsprache passt zur Familie? Hier gehen die Geschmäcker weit auseinander – von farbenfrohen Szenen über flächige, fast plakative Figuren bis zu detailreichen Wimmelbildern.

Das Standardwerk für die Familie

Die große Bibel für Kinder

Tanja Jeschke, Die große Bibel für Kinder

Wer eine vielseitige Kinderbibel für mehrere Altersstufen sucht, findet mit Die große Bibel für Kinder von Tanja Jeschke einen sehr guten Einstieg. Das Buch erscheint bei der Deutschen Bibelgesellschaft und wurde 2015 mit dem Christlichen Buchpreis als beste Kinderbibel ausgezeichnet. Die hier verlinkte Neuauflage von 2023 umfasst 288 Seiten und spannt den Bogen von der Schöpfung bis zur Offenbarung des Johannes – ein Umfang, den längst nicht jede Kinderbibel erreicht.

Jeschke erzählt verständlich, bleibt aber erkennbar beim biblischen Stoff. Dazu kommen die doppelseitigen Bilder der Künstlerin Marijke ten Cate, die viel Alltag zeigen und vor allem die Gefühle und Beziehungen der Figuren sichtbar machen. Kinder ab etwa vier Jahren können so beim Vorlesen mitschauen und entdecken, dass in den alten Geschichten Menschen wie sie selbst vorkommen. Für die Neuauflage wurde die Auswahl überarbeitet; neu hinzugekommen sind unter anderem das Gleichnis vom verlorenen Schaf und die Sturmstillung. Das Buch eignet sich für zu Hause ebenso wie für Kita und Gemeinde.

Drei Klassiker, die mitwachsen

Mit Gott unterwegs

Regine Schindler, Mit Gott unterwegs

Schon der Untertitel verrät, dass Mit Gott unterwegs nicht nur für die Kleinen gedacht ist: Regine Schindler hat die Bibel „für Kinder und Erwachsene neu erzählt“. Ihre Sprache ist zeitgemäß und literarisch zugleich, sodass das Buch auch dann noch trägt, wenn das Kind längst selbst liest. Die Bilder stammen von Štěpán Zavřel, dessen Illustrationen dem Buch seinen unverwechselbaren Charakter geben.

Die Kinderbibel wird seit Jahrzehnten geschätzt; die hier verlinkte überarbeitete Neuauflage ist 2014 im Bohem Verlag erschienen und enthält die wichtigsten Geschichten aus Altem und Neuem Testament auf gut 280 Seiten. Als Geschenk zur Taufe, Erstkommunion oder Firmung ist sie eine naheliegende Wahl – gerade weil sie über viele Jahre hinweg ihren Platz im Regal behalten kann.

Die Kinderbibel von Werner Laubi

Werner Laubi, Kinderbibel

Ebenfalls zu den Klassikern zählt die Kinderbibel von Werner Laubi, erschienen im Kaufmann Verlag. Sie ist seit den frühen Neunzigerjahren im Handel und hat sich in Familien, Gemeinden und im Religionsunterricht einen festen Platz erobert. Laubi erzählt ruhig und ohne Effekthascherei. Ihren eigenen Rang verdankt diese Ausgabe vor allem den Illustrationen von Annegert Fuchshuber, die künstlerisch eigenständig sind und sich deutlich vom gefälligen Stil vieler Kinderbücher abheben. Wer eine Kinderbibel sucht, deren Bilder man auch als Erwachsener gern betrachtet, sollte sie sich ansehen.

Meine Bilderbibel

Meine Bilderbibel, Bilder von Kees de Kort

Kaum ein Illustrator hat Kinderbibeln so geprägt wie der Niederländer Kees de Kort. Seine flächigen, ausdrucksstarken Figuren kennen viele Eltern noch aus der eigenen Kindheit, etwa aus der Neukirchener Kinder-Bibel. Meine Bilderbibel (Deutsche Bibelgesellschaft, 2022) ist ganz um seine Bilder herum gebaut: Die Illustrationen stammen von de Kort, die Geschichten hat Hellmut Haug einfach und eindringlich nacherzählt.

Das Buch versammelt nur elf Geschichten, mit Schwerpunkt auf dem Neuen Testament und den Gleichnissen Jesu. Gerade diese Beschränkung macht es zur richtigen Wahl für die Kleinsten ab drei Jahren: Jede Geschichte wird mit vielen Bildern erzählt, sodass Kinder sie bald selbst „lesen“ können, indem sie einfach blättern. Nach jeder Geschichte folgen Erläuterungen für Eltern, Großeltern und Erzieherinnen, die beim Erklären helfen.

Neuere Wege, die Bibel zu erzählen

Die Gott-hat-dich-lieb-Bibel

Sally Lloyd-Jones, Die Gott-hat-dich-lieb-Bibel

Die Gott-hat-dich-lieb-Bibel von Sally Lloyd-Jones ist die deutsche Ausgabe der international erfolgreichen „Jesus Storybook Bible“ und bei GerthMedien erschienen. Ihr Ansatz unterscheidet sich deutlich von den übrigen Titeln dieser Liste: Lloyd-Jones reiht nicht einzelne Episoden aneinander, sondern liest die ganze Bibel als eine zusammenhängende Geschichte, die auf Jesus zuläuft. Auch in den Erzählungen des Alten Testaments sucht sie deshalb nach Verweisen auf ihn.

Dieser klar christozentrische Blick ist ihre Stärke und zugleich das, worüber man sich vor dem Kauf im Klaren sein sollte. Besonders in freikirchlich geprägten Familien ist das Buch sehr beliebt. Sprachlich ist es poetisch und warm, empfohlen wird es für Kinder von vier bis acht Jahren.

Die Bibel für Kinder von Margot Käßmann

Margot Käßmann, Die Bibel für Kinder

Margot Käßmann, frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat mit Die Bibel für Kinder (Herder, 2023) eine Auswahl von 100 Geschichten aus beiden Testamenten vorgelegt. Die einzelnen Texte sind knapp gehalten und in einfacher Sprache geschrieben – ideal, wenn vor dem Schlafengehen nur Zeit für eine kurze Geschichte bleibt. Die Illustrationen von Carla Manea sind kunstvoll gestaltet und machen das Buch auch für die vorlesenden Erwachsenen zu einem Vergnügen. Wer eine zeitgemäße, übersichtliche Kinderbibel für den Alltag sucht, ist hier richtig.

Die Kinderbibel von Rainer Oberthür

Rainer Oberthür, Die Kinderbibel

Der Religionspädagoge Rainer Oberthür ist vielen durch „Die Bibel für Kinder und alle im Haus“ bekannt. Mit Die Kinderbibel (Gabriel, 2025) geht er einen eigenen Weg: Statt möglichst viele Geschichten zu versammeln, führt er in acht Stationen durch die Bibel – von der Schöpfung über Noah, Mose, Jona und Ruth bis zu Jesus.

Das Besondere sind die Fragen, die das Buch zusammenhalten: Woher kommt die Welt? Wo ist Gott? Warum gibt es Leid? Oberthür nimmt sie ernst und zeigt, wie Menschen in den biblischen Geschichten mit Gott Erfahrungen gemacht haben. Das spricht Kinder ab acht Jahren an, die selbst anfangen, solche Fragen zu stellen, und lädt die ganze Familie zum Gespräch ein. Die Bilder hat Marieke ten Berge gestaltet. Der Verlag bewirbt das Buch auch als Geschenk zur Erstkommunion.

Besondere Tipps

Die Bibel für Kinder von Karin Jeromin

Karin Jeromin, Die Bibel für Kinder

Bei dieser Ausgabe lohnt es sich, zuerst die Bilder anzusehen. Der Benediktiner Bruder Lukas Ruegenberg malt nicht nur einzelne Szenen, sondern fasst in einem Bild eine ganze Geschichte – in Mimik, Gesten und Farben, mit vielen Details, die Kinder beim zweiten und dritten Hinsehen entdecken. Karin Jeromin hat dazu die Texte geschrieben: Rund 50 biblische Abschnitte aus Altem und Neuem Testament bettet sie in eine Rahmenerzählung ein, die als roter Faden durch das Buch führt.

Die Bibel für Kinder ist im Katholischen Bibelwerk erschienen und wird ab sechs Jahren empfohlen. Sie eignet sich besonders für Kinder, die gern lange über Bildern sitzen.

Die Comic Bibel

Toni Matas, Die Comic Bibel

Nicht jedes Kind lässt sich gern vorlesen, und nicht jedes Kind greift freiwillig zu einem dicken Buch mit viel Text. Für sie ist Die Comic Bibel (Pattloch, 2015) gedacht: Toni Matas erzählt 60 Geschichten aus Altem und Neuem Testament als Graphic Novel, gezeichnet hat sie Picanyol. Sprechblasen und Panels machen die bekannten Erzählungen zugänglich für Kinder und Jugendliche, die eher Comics lesen. Als Ersatz für eine ausführliche Kinderbibel taugt das Buch weniger, als Ergänzung oder als Einstieg für Lesemuffel dagegen sehr.

Für Ältere: Die Bibel elementar

Michael Landgraf, Die Bibel elementar

Irgendwann ist ein Kind aus der Kinderbibel herausgewachsen, aber für die vollständige Bibel noch nicht bereit. Genau für diese Phase ist Die Bibel elementar von Michael Landgraf (Calwer) gedacht. Sie richtet sich an Kinder ab zehn Jahren und Jugendliche, erzählt nah am Bibeltext und gibt zentrale Stellen im Wortlaut der Lutherbibel wieder. So begegnen junge Leserinnen und Leser Formulierungen, die ihnen später im Gottesdienst und in der Kultur wieder begegnen werden.

Dazu kommt viel Material zum Verstehen: Wort- und Sacherklärungen in der Randspalte, über das Buch verteilte Themenseiten, farbige Illustrationen, Kunstwerke und Fotos aus der Welt der Bibel. Weil sich das Buch an Lehrplänen orientiert, eignet es sich auch als Schulbibel sowie für Kindergottesdienst und Konfirmandenunterricht.

Welche Kinderbibel passt zu welchem Alter?

Für Kinder ab drei Jahren ist „Meine Bilderbibel“ mit den Bildern von Kees de Kort der sanfteste Einstieg. Ab vier Jahren kommen die große Familienbibel von Tanja Jeschke und – für Familien, die den christozentrischen Ansatz teilen – „Die Gott-hat-dich-lieb-Bibel“ hinzu. Käßmanns kurze Geschichten eignen sich zum Vorlesen im Alltag, Jeromins Ausgabe mit den Bildern von Bruder Lukas ab sechs Jahren. Wer ein Buch sucht, das mit dem Kind und über viele Jahre mitwächst, greift zu Schindler oder Laubi. Ab acht Jahren bietet Oberthür einen Zugang über die großen Fragen, ab zehn führt „Die Bibel elementar“ zur ganzen Bibel. Die Comic-Bibel ist die Wahl für Kinder, die lieber Comics lesen.

BuchAutorBesonderheitAlter
Die große Bibel für KinderTanja JeschkeChristlicher Buchpreis 2015, Schöpfung bis OffenbarungAb 4
Mit Gott unterwegsRegine SchindlerLiterarisch erzählt, Bilder von Štěpán ZavřelKinder und Erwachsene
KinderbibelWerner LaubiKlassiker, Bilder von Annegert FuchshuberFamilie, Gemeinde, Schule
Meine BilderbibelHellmut Haug (Text), Kees de Kort (Bilder)Elf Geschichten, viele BilderAb 3
Die Gott-hat-dich-lieb-BibelSally Lloyd-JonesBibel als eine große Geschichte4 bis 8
Die Bibel für KinderMargot Käßmann100 kurze GeschichtenVorlesealter
Die KinderbibelRainer OberthürAcht Stationen, große LebensfragenAb 8
Die Bibel für KinderKarin JerominBilder von Bruder Lukas RuegenbergAb 6
Die Comic BibelToni Matas60 Geschichten als Graphic NovelKinder und Jugendliche
Die Bibel elementarMichael LandgrafLutherbibel-Kernstellen, ErklärungenAb 10

Neben Alter und theologischer Ausrichtung spielt am Ende oft auch die Bildsprache eine entscheidende Rolle. Es lohnt sich, eine Kinderbibel vor dem Kauf in der Buchhandlung oder Gemeindebücherei anzusehen und darauf zu achten, bei welchen Bildern das Kind hängen bleibt. Eine Bibel, zu der das Kind von sich aus greift, hat jedenfalls gute Chancen, tatsächlich gelesen und angeschaut zu werden.

Bewerten Sie diesen Beitrag

Kommentar verfassen