Sebastian Fitzek in der richtigen Reihenfolge lesen: Alle Thriller im Überblick

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Seit 2006 erscheint fast jedes Jahr ein neuer Psychothriller von Sebastian Fitzek, und inzwischen ist daraus ein Werk von mehr als zwei Dutzend Romanen geworden. Wer neu einsteigen will, fragt sich deshalb schnell: Gibt es eine Reihenfolge, die man einhalten muss?

Die kurze Antwort: fast nie. Fitzeks Thriller sind nahezu alle in sich abgeschlossen. Es gibt genau eine echte Reihe, die Sie unbedingt der Reihe nach lesen sollten, dazu ein Bücherpaar, das sich gegenseitig spiegelt, und seit 2021 eine kleine Gruppe humorvoller Romane, die mit den Thrillern nichts zu tun hat. Diese Übersicht ordnet alles ein.

Wo Sie am besten anfangen

Wenn Sie Fitzek noch nicht kennen, ist sein Debüt „Die Therapie“ ein guter Start: kompakt, schnell gelesen und schon mit allem ausgestattet, wofür seine Bücher bekannt sind – Erzähler, deren Wahrnehmung man nicht trauen kann, und eine Wendung am Schluss, die das Vorherige in neues Licht rückt. Ebenso gut eignen sich zwei spätere Klassiker, „Passagier 23“ und „Das Paket“.

Wer lieber gleich mit wiederkehrenden Figuren anfangen möchte, beginnt mit „Der Augensammler“, dem ersten Band der Zorbach-Reihe.

Bei den Einzelwerken ist keine Reihenfolge nötig. Wer sie aber nach Erscheinungsjahr liest, kann gut verfolgen, wie Fitzek sich über zwei Jahrzehnte entwickelt hat – vom engen Kammerspiel über den großen Verschwörungsroman bis zu Ausflügen in Horror und Satire.

Alle Bücher auf einen Blick

Die Jahreszahlen nennen die Erstausgabe. Verlinkt sind teils spätere Taschenbuch- oder Neuausgaben.

TitelEinordnungErstausgabe
Der AugensammlerZorbach-Reihe, Band 12010
Der AugenjägerZorbach-Reihe, Band 22011
PlaylistZorbach-Reihe, Band 32021
Das Joshua-ProfilWerkpaar mit „Die Blutschule“2015
Die BlutschuleWerkpaar, als Max Rhode2015
Die TherapieEinzelwerk, Debüt2006
AmokspielEinzelwerk2007
Das KindEinzelwerk2008
Der SeelenbrecherEinzelwerk2008
SplitterEinzelwerk2009
AbgeschnittenEinzelwerk, mit Michael Tsokos2012
Der NachtwandlerEinzelwerk2013
NoahEinzelwerk2013
Passagier 23Einzelwerk2014
Das PaketEinzelwerk2016
AchtNachtEinzelwerk2017
Flugangst 7AEinzelwerk2017
Der InsasseEinzelwerk2018
Das GeschenkEinzelwerk2019
Der HeimwegEinzelwerk2020
Schreib oder stirbEinzelwerk, mit Micky Beisenherz2022
MimikEinzelwerk2022
Die EinladungEinzelwerk2023
Das KalendermädchenEinzelwerk2024
Der NachbarEinzelwerk2025
REMEinzelwerk, von Annika Strauss mit Sebastian Fitzek2026
Der NachtzugEinzelwerk, Jubiläumsthriller2026
Der erste letzte Tag„Kein Thriller“2021
Elternabend„Kein Thriller“2023
Horror-Date„Kein Thriller“2025

Die Zorbach-Reihe: Fitzeks einzige echte Serie

Sebastian Fitzek: Der Augensammler

Im Mittelpunkt stehen zwei Figuren: Alexander Zorbach, früher Polizist, dann Journalist und später Privatermittler, und die blinde Physiotherapeutin Alina Gregoriev. Die drei Bände bauen aufeinander auf. Hier gilt ausnahmsweise ohne Wenn und Aber: Lesen Sie sie in der Reihenfolge ihres Erscheinens.

Band 1: Der Augensammler (2010)

In Der Augensammler geht ein Serienmörder nach einem festen Muster vor: Er tötet die Mutter, verschleppt das Kind und setzt dem Vater eine Frist von 45 Stunden. Zorbach gerät mitten in die Ermittlungen, und an seine Seite tritt Alina Gregoriev. Formal ist das Buch eines der ungewöhnlichsten im Werk, denn Fitzek erzählt die Geschichte rückwärts.

Band 2: Der Augenjäger (2011)

Der Augenjäger schließt direkt an. Seit dem ersten Fall gilt Alina Gregoriev als eine Art Medium, und genau deshalb soll sie helfen, einen Augenchirurgen namens Dr. Suker zu stellen, der tagsüber operiert und nachts Frauen überfällt. Ohne die Ereignisse aus Band 1 verstehen Sie hier vieles nur halb – greifen Sie also nicht zuerst zu diesem Buch.

Band 3: Playlist (2021)

Zehn Jahre nach dem zweiten Band kehrte Fitzek zu seinem Ermittler zurück. In Playlist sucht Zorbach, nun als Privatermittler, eine 15-Jährige, die auf dem Schulweg verschwunden ist. Die Spur führt über einen Musikdienst: Jemand hat die Liste ihrer Lieblingssongs verändert. Alina Gregoriev ist wieder dabei, und Rückblenden greifen beide Vorgänger auf. Der lange Abstand macht es verlockend, hier einzusteigen – besser ist es, sich vorher die ersten beiden Bände vorzunehmen.

Das Werkpaar: Das Joshua-Profil und Die Blutschule

Sebastian Fitzek: Das Joshua-Profil

Die zweite und letzte belegte Verbindung zwischen zwei Büchern ist eher ein literarisches Spiel als eine Fortsetzung. Hauptfigur in Das Joshua-Profil ist Max Rhode, ein Schriftsteller ohne Erfolg und ein Mann, der sich nie etwas hat zuschulden kommen lassen. Trotzdem soll er in wenigen Tagen ein entsetzliches Verbrechen begehen, ohne heute schon davon zu wissen.

Im selben Jahr erschien unter genau diesem Namen ein eigenes Buch: Die Blutschule, auf dem Umschlag Max Rhode, tatsächlich von Fitzek geschrieben. Es ist der Roman, den die Figur im „Joshua-Profil“ verfasst hat. Zwei Teenager ziehen aus Berlin nach Brandenburg, und auf einer unbewohnten Insel im Storkower See wartet eine Hütte, eingerichtet wie ein Klassenzimmer, in der das Töten auf dem Lehrplan steht. Mit gut 250 Seiten ist es schmaler, dabei aber deutlich härter und näher am Horror als Fitzeks übrige Thriller – ein besonderer Tipp für alle, die das aushalten.

Beide Bücher funktionieren für sich. Eine zwingende Reihenfolge gibt es nicht, und welches Sie zuerst aufschlagen, ist Geschmackssache. Als Paar gelesen machen sie aber spürbar mehr Spaß.

Die Einzelthriller nach Erscheinungsjahr

Alle folgenden Romane können Sie in beliebiger Reihenfolge lesen. Fitzek versteckt gern kleine Anspielungen auf frühere Bücher, die sind aber Bonus und keine Voraussetzung.

Die frühen Jahre: Die Therapie bis Splitter (2006–2009)

Sebastian Fitzek: Die Therapie

Mit Die Therapie begann 2006 alles. Der Psychiater Viktor Larenz hat vier Jahre zuvor seine zwölfjährige Tochter verloren, spurlos. Zurückgezogen in ein Ferienhaus, nimmt er eine fremde Patientin an, die von einem Mädchen erzählt, das ebenfalls verschwindet. Ob Fitzek Ihr Autor ist, wissen Sie nach diesen gut 300 Seiten ziemlich sicher.

Ein Jahr später folgte Amokspiel. Die Kriminalpsychologin Ira Samin, eigentlich entschlossen, ihrem Leben ein Ende zu setzen, muss mit einem Geiselnehmer in einem Berliner Radiosender verhandeln, der zufällig angerufene Hörer über das Schicksal der Geiseln entscheiden lässt. Fitzek hat hier sichtbar Erfahrungen aus seiner eigenen Zeit beim Radio verarbeitet.

2008 erschienen gleich zwei Romane. In Das Kind trifft der Strafverteidiger Robert Stern einen todkranken Zehnjährigen, der überzeugt ist, in einem früheren Leben gemordet zu haben – und am angegebenen Ort liegt tatsächlich eine Leiche. Der Seelenbrecher ist dagegen ein klassisches Eingeschlossenen-Szenario: Ein Täter, der Frauen seelisch zerstört, statt sie zu töten, ist in einer eingeschneiten Luxusklinik für Psychiatrie unterwegs. Eine geschickt gebaute Rahmenhandlung gibt dem Ganzen einen zusätzlichen Dreh.

In Splitter will Marc Lucas nach einem Autounfall, bei dem seine Frau starb, an einem Experiment teilnehmen, das schmerzhafte Erinnerungen löschen soll. Als er danach nach Hause kommt, steht ein fremder Name an der Tür, und seine Frau öffnet ihm.

Experimente und Ausreißer (2012–2013)

Abgeschnitten schrieb Fitzek zusammen mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos. Ein Rechtsmediziner findet im Kopf einer Leiche die Telefonnummer seiner Tochter und muss eine Laiin auf dem vom Sturm abgeschnittenen Helgoland telefonisch durch eine Obduktion führen. Fachlich fundiert, aber auch besonders drastisch.

Der Nachtwandler ist kurz und beklemmend: Leon Nader, der als Jugendlicher schlafwandelte und dabei gewalttätig wurde, filmt sich nachts, nachdem seine Frau verschwunden ist, und entdeckt auf den Aufnahmen eine Tür, die er nicht kennt.

Im selben Jahr erschien Noah, der große Ausreißer im Werk. Statt eines engen Kammerspiels erzählt Fitzek hier von einem Obdachlosen ohne Gedächtnis, an dessen Geheimnis das Schicksal der Welt hängt. Es ist sein umfangreichstes und untypischstes Buch – wer mit anderen Fitzek-Romanen nicht warm wurde, könnte hier überrascht werden, und umgekehrt.

Die großen Publikumserfolge (2014–2017)

Sebastian Fitzek: Passagier 23

Passagier 23 gehört zu den bekanntesten Titeln des Autors. Polizeipsychologe Martin Schwartz hat vor Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff Frau und Sohn verloren. Als dort ein vermisstes Mädchen wieder auftaucht – mit dem Teddy seines Sohnes im Arm –, kehrt er an Bord zurück.

Das Paket gilt als Publikumsliebling und ist ein Paradebeispiel für Fitzeks Spiel mit Paranoia. Die Psychiaterin Emma Stein hat einen Serientäter überlebt und verlässt ihr Haus nicht mehr. Dann nimmt sie ein Paket für einen Nachbarn an, dem sie nie begegnet ist.

AchtNacht spielt ein beunruhigendes Gedankenexperiment durch: Eine Lotterie erklärt einmal im Jahr einen Menschen für eine Nacht für vogelfrei. Das Ergebnis ist eine rasante Hetzjagd mit satirischem Blick auf die Gesellschaft.

In Flugangst 7A soll ein Psychiater auf einem Nachtflug von Buenos Aires nach Berlin einen labilen Passagier dazu bringen, an Bord eine Katastrophe auszulösen. Der Verlag stellt das Buch ausdrücklich in die Tradition von „Passagier 23“; gemeinsam haben die beiden aber nur das abgeschlossene Setting, keine Figuren und keine Handlung.

Neue Perspektiven (2018–2022)

Der Insasse beginnt mit einem verzweifelten Plan: Ein Vater lässt sich als Patient in eine Hochsicherheitspsychiatrie einschleusen, um dem Mörder seines Sohnes ein Geständnis zu entlocken.

In Das Geschenk sieht Milan Berg an einer Ampel ein verängstigtes Mädchen, das einen Zettel an die Autoscheibe drückt. Lesen kann er die Nachricht nicht, denn er ist Analphabet – helfen will er trotzdem. Damit rückt Fitzek ein Thema ins Rampenlicht, über das selten gesprochen wird.

Der Heimweg spielt fast in Echtzeit: Jules Tannberg betreut ehrenamtlich ein Begleittelefon für Frauen, die sich nachts auf dem Nachhauseweg unsicher fühlen. Eine Anruferin glaubt, dass in zwei Stunden ihr Todestag beginnt. Im Zentrum steht häusliche Gewalt.

Schreib oder stirb entstand gemeinsam mit Micky Beisenherz und ist spürbar leichter im Ton. Ein Psychiatriepatient setzt einen Literaturagenten unter Druck: Er will einen Millionenvorschuss für einen Thriller über ein entführtes Kind, sonst stirbt das Mädchen. Ein Buch auch für alle, die gern über den Literaturbetrieb schmunzeln.

Mimik dreht die Expertenrolle um. Hannah Herbst kann Gesichter lesen wie kaum jemand sonst, doch nach einem Gedächtnisverlust soll sie ein Geständnisvideo begutachten – und erkennt darin sich selbst.

Die jüngsten Thriller (2023–2026)

Die Einladung führt Marla Lindberg zu einem Klassentreffen in ein abgelegenes Berghotel, das im Schneesturm zur Falle wird. Wer „Der Seelenbrecher“ mochte, findet hier eine verwandte Grundsituation.

Das Kalendermädchen verbindet eine Adoptionsgeschichte mit einem Schauermärchen: Eine Mutter sucht für ihre schwerkranke Adoptivtochter die leiblichen Eltern und stößt dabei auf die Legende eines Mädchens, das einen grausamen Adventskalender öffnen musste.

In Der Nachbar zieht die Strafverteidigerin Sarah Wolff, die unter der Angst vor dem Alleinsein leidet, mit ihrer Tochter an den Berliner Stadtrand. Was sie nicht ahnt: Ein unsichtbarer Nachbar wird sie nicht mehr allein lassen.

REM stammt von Annika Strauss, geschrieben gemeinsam mit Sebastian Fitzek, und ist als Horror-Thriller angelegt. Eine junge Frau erbt ein verlassenes Hotel an der deutsch-polnischen Grenze, in dem ihr Vater Schlafexperimente durchführte, die Albtraumgestalten zum Leben erweckten. Das Übernatürliche spielt hier eine weit größere Rolle als sonst bei Fitzek – ein besonderer Tipp für alle, die auch Horror schätzen.

Sebastian Fitzek: Der Nachtzug

Der neueste Thriller ist Der Nachtzug vom Oktober 2026, mit dem Fitzek 20 Jahre als Autor feiert. Der Berliner Strafverteidiger Adrian Corvin hat in einer Nacht seine Frau und seinen kleinen Sohn verloren: Sie wurde ermordet, er entführt. Die Frau, die den Mord gesteht, lockt ihn in einen der luxuriösesten Nachtzüge der Welt.

Die „Kein Thriller“-Romane

Sebastian Fitzek: Der erste letzte Tag

Seit 2021 schreibt Fitzek zwischendurch auch heitere Romane, die schon im Untertitel klarstellen, dass sie kein Thriller sind. Sie haben mit den Psychothrillern nichts gemein und hängen auch untereinander nicht zusammen. Lesen Sie sie, wann immer Ihnen nach etwas Leichterem ist.

Der erste letzte Tag ist ein Roadtrip: Livius will von München nach Berlin, um seine Ehe zu retten, muss sich aber nach einem gestrichenen Flug einen Mietwagen mit der eigenwilligen Lea teilen, deren Gedankenspiele sein Leben gehörig durcheinanderbringen.

In Elternabend fliehen ein Autodieb und eine Klimaaktivistin vor der Polizei ausgerechnet in den Elternabend einer fünften Klasse und müssen sich als Eltern des schlimmsten Rabauken der Schule ausgeben.

Horror-Date schickt einen von sich eingenommenen Start-up-Gründer an Stelle seines kranken Freundes zu einem Blind Date, verabredet über eine Plattform für Menschen mit begrenzter Lebenserwartung. Trotz des Titels ist das eine Komödie, keine Gruselgeschichte.

Was in dieser Übersicht fehlt

Nicht berücksichtigt sind unter anderem Fitzeks Kinderbücher, sein Sachbuch, die Graphic Novel zu „Der Augensammler“, eine von ihm herausgegebene Anthologie sowie Ausgaben in Einfacher Sprache. Auch die AURIS-Reihe gehört nicht dazu: Sie stammt von Vincent Kliesch und beruht lediglich auf einer Idee von Fitzek.

Häufige Fragen

Muss man Fitzeks Bücher in einer bestimmten Reihenfolge lesen?

Nur bei der Zorbach-Reihe. „Der Augensammler“, „Der Augenjäger“ und „Playlist“ gehören in genau diese Reihenfolge. Alle anderen Thriller sind eigenständig.

Hängen Passagier 23 und Flugangst 7A zusammen?

Nein. Beide spielen an einem abgeschlossenen Ort, einmal auf einem Schiff, einmal im Flugzeug, teilen aber weder Figuren noch Handlung.

Was ist das neueste Buch von Sebastian Fitzek?

Der jüngste Thriller ist „Der Nachtzug“ vom Oktober 2026. Im selben Jahr erschien außerdem „REM“, das Annika Strauss gemeinsam mit Fitzek geschrieben hat.

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